Giorgio
Vettorazzi

* 23.04.1730 Levico
+ 11.06.1809 Levico

Dorothea
Lucilia (Secilla? Lecilla? Lucilla?)
* ?
+ ?

Pietro Antonio
Vettorazzi


Großgrundbesitzer, Abgeordneter im Tiroler Landtag

* 30.04.1768 Caldonazzo
+ 01.08.1841 Levico


Kinder mit: Gioseppa Rigotti (1770-1825) (oo 01.04.1791 Mori):

Giuseppina (Josefa?)
Vettorazzi

* ?
+ 1847
Anna Cecilia Dorotea
Vettorazzi

+ 22.11.1795 Levico
+ 10.12.1853
Giorgio Cipriano
Vettorazzi
* ?
+ 29.04.1800?
Giorgio Alessandro Francesco
Vettorazzi
* 04.04.1806 Levico
+ 15.04.1806 Levico
Gedeone Carlo
de Vettorazzi

* 04.11.1807 Levico
+ 14.09.1854 Levico
Carlotta Angela Giula
de Vettorazzi

* 03.03.1812 Levico
+ 08.05.1878 Wien
Clementina Luigia Cattarina
Vettorazzi

* 27.07.1814 Levico
+ 27.01.1860
? ?

Quellen:
- Todesanzeige im Familienbesitz Woydt
- Popescu-Webseite
- Sebastian von Froschauer: Einiges über die Familien Vettorazzi und Rigotti, Bregenz 1877, S.3-8: "Von vielen in der Ehe mit Dorothea erzeugten Kindern überlebten ihn [Giorgio] nur der Sohn Peter Anton, gemeinhin Petergenannt, geboren zu Caldonazzo am 30sten April 1768. Die lateinischen Schulen besuchte er im Benedictinerstifte Marienberg, das damals im Ruf einer guten Lehranstalt stand. Nachhin erhielt er Unterricht im juridischen Fache. Mit leichter Auffassung verband er klaren Verstand und viel Wißbegierde, die in ihm bis an sein Ende rege blieb. Er galt als ein vielseitig gebildeter und unterrichteter Mann. Seine Umgangsweise, obgleich nicht immer frei von plötzlichen Ausbrüchen, war fein, zeugte von wohlwollendem Gemüth und von einer merkbaren Neigung zur Friedfertigkeit, welche ihm häufig als Schwäche gedeutet wurde. Im Jahre 1795 vermählte er sich mit Josefa Rigotti aus Mori. Er fand an ihr eine äusserst eifrige, thatkräftige, umsichtige und mit scharfem Verstand begabte Hausfrau. Ihre Mitwirkung bei der Verwaltung des ausgedehnten Grundbesitzes ermöglichte es ihm seiner Neigung, sich weiter auszubilden und seinem Triebe, in öffentlichen Angelegenheiten nützlich zu werden, folgen zu können. Besonders diesen letzteren wendete er alle seine Thatkraft zu, und genoß in seiner Wohngemeinde nicht blos, sondern auch in weiteren Kreisen Ansehn und Einfluß. Vettorazzi wurde im Lande von Südtirol ein allen bekannter Mann.
Beim Beginn der Tiroler Revoilution 1809 wurde er in der Proclamation des Erzherzogs Johann als Difensions-Commissar für Valsugana und Umgebung aufgeführt. Durch Vertraute wurde ihm bei Proclamation die Instruction zu einer Zeit ins Haus gebracht, als französische Offiziere in einem Zimmer über das Loos von solchen berathschlagten, die dergleichen Schriften umhergetragen oder empfangen hatten. Seine Frau ahnte in den überbrachten Schriften etwas Unheilvolles, eröffnete das Paquet, während ihr Gemahl dem Kriegsgerichte als Beisitzer anwohnte, und das Gefährliche des Inhalts der Papiere ermessend, übergab sie selbe dem Feuer; durch ihre Geistesgegebnwart rettete sie ihn. Mein Schwiegervater sprach mir oft davon in dankbarer Erinnerung an seine Gattin, von der er nie ohne Rührung erwähnung machte.
Zur Zeit der italienischen Regierung erfasste er die Idee, den Lauf des Brentaflusses zu regeln und zugleich die vielen unbenützten Gemeinde-Gelände (incolti) zu vertheilen. Dieser Idee lebte er ganz, konnte sie aber erst im Jahre 1830 zur Ausführung bringen. Mit größter Anstrengung und Ausdauer mussten unsägliche Hindernisse und selbst der Widerstand der Bevölkerung überwunden werden. Die Geradelegung der Brenta befreite das Thal bis an Borgo von großen Übelständen, und die Vertheilung der incolti führte der zahlreichen Bevölkerung bedeutende zu den fruchtbarsten zählende Grundflächen zu.
Durch diese beiden Maßnahmen wurde er ein wahrer Wohltäter der großen Gemeinde Levico; ein um so größerer, als er mit Hinansetzung seiner eigenen Geschäfte und mit vielen Geldopfern auf die uneigennützigste Art die Durchführung dieser Verbesserungen bewirkte. Vettorazzi war im tiroler Landtage Verteter der Bezirke in confini d'Italia, und nahm in demselben eine Stellung ein, welche die Gegensätze zwischen Nord- und Südtirol möglichst ausgleichen sollte. Im Jahre 1825 am 8ten November hatte er das Unglück seine Frau Josefa Rigotti, erst 54 Jahre alt, zu verlieren. (...)"
Nach dem Tode seiner Frau hatte Peter Vettorazzi die volle Last der Verwaltung seines ausgedehnten Grundbesitzes auf sich; dieses war für ihn zu viel; zu seinem Nachtheile mißbrauchte man seine Güte und sein Vertrauen; oft äußerte er sich, daß ihm das Hinscheiden seiner Frau großen Nachtheil am Vermögen gebracht habe, und setzte bei 'meine Kinder sollen es mir nicht verargen, daß ich sie nicht reicht, nicht sehr reich lasse; ich hätte es werden können, aber es widerstrebte mir, die vielen Gelegenheiten mit Hinansetzung des Gemeinwohles zu meinem Vortheil auszubeuten.'
Bei Gelegenheit der Erbhuldigung der Tirolerstände im Jahre 1838 erhob Kaiser Ferdinand von Österreich Peter Vettorazzi in den Adelsstand mit dem Prädicate 'Edler von Treuenhold.'
Im Diplom vom 29sten Januar 1839 wird ausdrücklich erwähnt daß er seit dem Jahre 1796 mit Erfolg verschiedene Gemeindeäter bekleidet, für seine Heimat Ersprießliches geleistet, an der Vertheidigung Tirols thätigen Antheil genommen, daß er durch die Regelung des Brentaflusses unvergängliche verdienste sich erworben, und durch seine THätigkeit im Tiroler Landtage sich verdienstlich gemacht habe.
Vettorazzi, der bis dahin nur wappenberechtigt war, fühlte ganz den Werth dieser Auszeichnung. Geachtet und geehrt von Groß und Klein in seinem Heimathorte und außerhalb desselben in Nord- und Südtirol erlag er wenige Jahre nachhin am 1sten August 1841 nach kurzem Unwohlsein einer Art von Ruhr. Er stand im 74sten Lebensjahre und erhielt sich bis an sein Ende in voller Körpers- und Geistesfrische. Diese seltene frische erlaubte ihm das lange Zeit inne gehabte Amt eines Schulinspectors noch in den letzten Tagen zu versehen. Er zählkte noch zu den Wenigen, die Gastfreundschaft aus vollem Herzen gegen jedermann übte. Als ein im Lande wohlbekannter Mann war sein Haus von Allen gesucht, und freundliche Aufnahme fanden Alle.
Mit Testament vom 7ten März 1826 bestimmte er, festhaltend an dem Usus in Wälschtirol, den SOhn zum Haupterben, und beschränkte die Töchter auf den Pflichttheil. Sein Nachlaß bezifferte sich im niedrigen Inventuranschlag auf 167,100 f.
Die Ehe des Peter Vettorazzi mit Josefa Rigotti war mit 17 Kindern gesegnet, aber nur 5 überlebten sie (...)"
- Foto von Caldonazzo (Fotoquelle):

- Schematismus von Tirol und Vorarlberg bei Google-Books: "Brandversicherungs Lokalkommissaren ... Im Kreise von Trient Vorstände ... Im Landgerichtsbezirke von Levico Herr Peter Vettorazzi zu Levico ..."
- NOCH BEARBEITEN: Katalog der Bibliothek von Rovereto: "Vettorazzi - Famiglia Ms. 14. 3 (6) Film.Ms. 270 de Froschaner S. Memorie della famiglie Vettorazzi di Levico e Rigotti di Mori manoscritto 1 16░ Ms. 14 3 6 Vettorazzi, Famiglia - Genealogia Ms. 16. 1 (56) Film.Ms. 112 Vettorazzi, famiglia Copia del diploma di nobiltÓ concesso alla famiglia Vettorazzi da Ferdinando I. Vi Ŕ unito un albero genealogico manoscritto sec. XX cc. 6 + 2 Copia 31 x 21 Ms. 16 1 56"


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