Johann Gottlieb Heinrich
Woydt

* 10.02.1819 Kurowo
+ 04.03.1874 Forsthaus Eichenhorst
Anna Rosina
Schiller

* 02.11.1823 Sworzyce
+ ?




Johann Ernst Julius
Woydt


Brennereiinspektor in Sliwno, später Verwalter des Seemannsheimes der Kriegsmarine in Kiel

* 16.02.1845 Forsthaus Bukowiec (Kr. Grätz)
+ ?
Ein Kind mit: Sophie Charlotte Christine Heide (1850-?) (oo 27.7.1870 Kuschlin):

Gottlieb Heinrich Carl
Woydt

* 25.04.1871 Sliwno (Kr. Grätz)
+ 14.10.1943 Rickling
Erich
Woydt

* ?
+ ?


Quellen:
- Forum Ahnenforschung: Adressbuch Kiel 1914: "Woydt Jul., Verw., Dahlmannstr.1"
- im Familienarchiv Woydt:
"Geburts- und Taufschein.Johann Ernst Julius Woydt, Sohn des Unterförsters Johann Gottlieb Woydt (evangelisch) und seiner Ehefrau Anna Rosina geborenen Schiller (evangelisch) geboren den 16. (sechzehnten) Februar 1845, in Worten: eintausend acht hundert fünfundvierzig im Bukowiecer Forsthause wurde getauft am 19ten (neunzehnten) Februar 1845. Dies wird auf Grund des Taufbuches bescheinigt. Grodzisk Wkp. (fr. Grätz i/Posen), den 10ten Juni 1936, Das evangelische Pfarramt, Rudolph, Pfr., Taufreg. 1845/Nr.39."
"Trauschein.Getraut wurden in der hiesigen evangelischen Schule am siebenundzwanzigsten Juli des Jahres eintausendachthundertundsiebenzig (: 27.7.1870 :) der Junggeselle Johann Ernst Julius Woydt, Brennereiinspektor in Sliwno, ehel. ältester Sohn des herrschaftlichen Unterförsters in Eichenhorst (vormals Bukowiecer Forsthaus) Johann Gottlieb Woydt und der Anna Rosina, geb. Schiller, und Jungfer Sophie Amalie Christine Heide, bisher Gesellschafterin auf dominio Sliwno, zur Zeit Einwohnerin in Kuschlin, einzige Tochter des (verschollenen) Gutsbesitzers in Haved (Schleswig) Johann Friedrick Momsen Heide und seiner Ehefrau Henriette Johanne geb. Jessen. Solches wird auf Grund des bei der hiesigen evangelischen Kirche geführten Trauregisters hiermit amtlich bescheinigt. Kuschlin, den 4. Juni 1918. das evangelische Pfarramt, Frischen, Pfarrer. [Siegel: Kuschlin]"
"Geburts- und Tauf-Schein.Gottlieb Heinrich Carl Woydt, Sohn des Brennereiinspektors Julius Woydt und seiner Ehefrau Sophie Charlotte geborene Heide, ist geboren in Sliwno, Kreis Grätz, Bez. Posen, am fünf und zwanzigsten April - 25ten April eintausend achthundert ein und siebzig - 1871 - und getauft am zehnten Mai desselben Jahres. Solches wird auf Grund des betreffenden Kirchenbuches bescheinigt. Duschnik, den 9ten August 1898. Das evangelische Pfarramt, Boetticher, Pfr. [Siegel: Dusznik]"
SIE HIESS ALSO PLOETZLICH CHARLOTTE... UND IHR VATER WURDE ZUM GUTSBESITZER PROMOVIERT...
- Kuschlin = Kuślin.
- Albert Werner, übearbeitet von Johannes Steffani: Kuschlin - der Beginn als evgl. Parochie: "In dem Buch “Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen ” – Erscheinungsdatum 1898 - verfasst von Albert Werner, frÜher Pastor in Tremessen und Überarbeitet von Johannes Steffani, Diakonius an der St. Petrikirche zu Posen, welches von dem kÖniglichen Consistorium der Provinz Posen herausgegeben wurde, wurde versucht in kurzer Übersicht die Einrichtung der evangelischen Gemeinden in ihren AnfÄngen darzustellen.
Die digitale Version dieses Buches findet sich unter Großpolnische Digitale Bibliothek .
Das Dorf Kuschlinwurde auf Grund des Ministerialerlasses vom 8. Jul und der Errichtungs-Urkunde vom 15. August am 1. Oktober 1865 Pfarrort einer Kirchengemeinde, welche aus Teilen der umliegenden Kirchspiele Neustadt bei Pinne, GrÄtz, Buk und Neutomischel gebildet wurde. Der Gottesdienst fand im Schulhause zu Kuschlin statt. Durch ein Gnadengeschenk des Kaiser Wilhelm I. von 5.000 Mark, durch Beihilfe des Gustav-Adolf-Vereins, des Rittergutsbesitzers v. Hardt auf Wonsowo, der 10.000 Mark, dann 15.300 Mark schenkte, des Rittergutsbesitzers Asch auf Glupia, der 2.000 Mark beitrug, erlangte die Gemeinde die Mittel zur Erbauung einer schÖnen, massiven, einen Kostenaufwand von 60.000 Mark erfordernden, mit einem Turm versehenen Kirche, zu welcher am 22. Jun 1881 der Grundstein gelegt wurde und welche am 18. September 1883 durch den Generalsuperintendenten D. Geß die Weihe empfing. Das Pfarrhaus wurde bereits 1869 erbaut. Die Gemeinde hat in den spÄteren Jahren noch mancherlei Wohltat von dem Herrn v. Hardt auf Wonsowo erfahren, welcher auch im Jahre 1877 in Wonsowo eine Kapelle mit 120 SitzplÄtzen einrichtete und der Gemeinde Kuschlin Übereignete. Die Pfarre besitzt ein neues, massives, gerÄumige Wohnhaus. Zur Parochie gehÖren Kuschlin und 19 Ortschaften bzw. Gutsbezirke mit 1.696 Seelen, nachdem 1893 mehrere Ortschaften nach Opalenitza ausgepfarrt sind."
- Albert Werner, übearbeitet von Johannes Steffani: Konkolewo Hauland - der Beginn als evgl. Parochie: "In dem Buch “Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen ” – Erscheinungsdatum 1898 - verfasst von Albert Werner, frÜher Pastor in Tremessen und Überarbeitet von Johannes Steffani, Diakonius an der St. Petrikirche zu Posen, welches von dem kÖniglichen Consistorium der Provinz Posen herausgegeben wurde, wurde versucht in kurzer Übersicht die Einrichtung der evangelischen Gemeinden in ihren AnfÄngen darzustellen.
Die digitale Version dieses Buches findet sich unter Großpolnische Digitale Bibliothek .
Lange Zeit hindurch strebten die zu GrÄtz (s.d.) gehÖrigen Gemeinden Konkolewo-Hauland, Albertoske und Juliannadanach, ein eigenes Kirchspiel zu grÜnden; die ersten Verhandlungen datieren aus dem Jahre 1828. Nachdem das Projekt mangels der erforderlichen Mittel immer wieder verschoben war, wurde durch die Errichtungsurkunde vom 19 Mai 1851 das aus den genannten Ortschaften bestehende Kirchspiel gebildet und trat am 2 Jul 1851 in das Leben. Dasselbe umfasst 1.522 Seelen. In Ermangelung einer Kirche wurde der Gottesdienst in einem Bethause zu Konkolewo gehalten. Dies brannte nebst der Schule und einem großen Teil des Dorfes in der Nach vom 17. – 18. September 1858 nieder, worauf der Gottesdienst in einem neuerbauten, am 3. November 1859 feierlich geweihten Schulhause abgehalten wurde. Nachdem von der Regierung der Gemeinde eine Kirchen- und Hauskollekte unter den evangelischen Bewohnern der Provinz Posen und Schlesien zum Aufbau einer Kirche bewilligt worden war, welche 4.162 Thl. 6 Sg. 6 Pfg. erbrachte, wurde in den Jahren 1861 und 1862 fÜr etwa 8.000 Thl. eine neue massive Kirche errichtet. ..."
- Albert Werner, übearbeitet von Johannes Steffani: Buk - der Beginn als evgl. Parochie: "In dem Buch “Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen ” – Erscheinungsdatum 1898 - verfasst von Albert Werner, frÜher Pastor in Tremessen und Überarbeitet von Johannes Steffani, Diakonius an der St. Petrikirche zu Posen, welches von dem kÖniglichen Consistorium der Provinz Posen herausgegeben wurde, wurde versucht in kurzer Übersicht die Einrichtung der evangelischen Gemeinden in ihren AnfÄngen darzustellen.
Die digitale Version dieses Buches findet sich unter Großpolnische Digitale Bibliothek .
"Zu polnischer Zeit wurden in der Stadt Buk, die Eigentum des Posener Bischof war, Evangelische nicht geduldet; sie standen sich erst unter preußischer Oberhoheit ein.
Im Jahr 1827 erhielt die vereinzelt unter Katholiken 7 Kilometer von Buk entfernt wohnende evangelische Dorfgemeinde Grzebienisko, bis dahin gastweise zu Samter (s.d.) gehÖrig, ein kÖnigliches Gnadengeschenk von 12.000 Mk. zum Bau einer Kirche. Zu demselben Zweck empfing ein gleiches Geschenk von 4.500 Mark die evangelische Gemeinde in Buk im Jahre 1829. Dadurch waren aber keiner dieser Gemeinde die hinreichenden Mittel zur GrÜndung und Erhaltung einer Pfarre gewÄhrt und die Entstehung einer solchen fÜr beide Gemeinden in eine ferne Zukunft hinausgeschoben. Als darauf durch Vermittlung des OberprÄsidenten Flottwell und des Konsistorialrate Fechner die Vereinigung beider Geldsummen gelungen war, Buk um Pfarrorte bestimmt worden und Grzebienisko sich zur Einpfarrung dahin verstanden hatte, wurde im Jahre 1838 das Kirchspiel Buk aus den Parochien GrÄtz, Neustadt und Samter abgezweigt, dessen Verwaltung vorlÄufig der Pfarrer in GrÄtz Übernahm. Mit dem 1. Juli 1844 trat Buk auf Grund des Ministerialerlasses vom 31. März 1842 als selbstÄndige Pfarrei ins Leben, der erste Pfarrer wurde gewÄhlt und am 31. August 1845 die auf einem von der Stadtgemeinde Buk geschenkten GrundstÜck neuerbaute massive Kirche in Buk durch den Bischof D. Freymark feierlich geweiht. Zu einer Turmuhr der Kirche schenkte 1870 der Gustav-Adolf-Frauenverein in Detmold 750 Mark, wie auch zwei wertvolle Altarleuchter. Im Jahr 1895 wurde die Kirche erweitert und umgebaut und am 29. September desselben Jahres durch den General-Superintendenten D. Hesekiel neu geweiht.
Zu dieser Parochie gehÖren außer Buk 62 Ortschaften, in denen aber, mit Ausnahme des zur grÖßeren HÄlfte deutschen Grzebienisko, meistens nur einzelne Evangelische wohnen. Etwas zahlreicher sind sie in einigen anderen Ortschaften."
- Helmut StÄrke: 200jÄhrige Kirche in Neutomischel: "... der Artikel wurde im Original von Helmut StÄrke fÜr das Jahrbuch der Landsmannschaft Weichsel-Warthe Ausgabe 1980 verfasst und publiziert. Eine VerÖffentlichung auf dieser Seite erfolgt mit freundlicher Genehmigung der LWW – Landesmannschaft Weichsel-Warthe
In diesem Jahr wird die evangelische Kirche in Neutomischel 200 Jahre alt. Der Grundstein wurde am 7. Mai 1779 gelegt, und die Einweihung fand am 15. Oktober 1780 statt.
Der Grundherr der Herrschaft Tomysl, Graf Feliks Szoldrski, hatte zuvor im Jahre 1778 den HollÄnder-Gemeinden seines Gebietes die Errichtung eines Kirchspiels gestattet. Der erste Pfarrer der „Tomischler Parochie”, wie sie zunÄchst von den deutschen Siedlern genannt wurde, war Johann Christian BrÄunig. ...
Die Vorfahren der Gemeindeglieder waren am Ende des 17. Jahrhunderts ins Land gekommen und hatten die Sumpf- und Waldgegend nach und nach besiedelt. Zu dieser Zeit gehÖrte die Herrschaft Tomysl Bogusław von Unruh. Er gestattete evangelischen Deutschen aus Brandenburg und spÄter wohl auch Schlesien die Ansiedlung nach HollÄnder-Recht zunÄchst an der Westgrenze seiner Herrschaft. Die ersten Siedler sollen 1692 gekommen sein. Die „HollÄnder” unterstanden verwaltungsmÄßig der katholischen Pfarrei in Wytomysl. Auch die Eintragungen von Geburten, Eheschließungen und SterbefÄllen erfolgten im Kirchenbuch von Wytomysl zunÄchst noch * unter der Bezeichnung „Olendry”. Betreut wurden die Siedler von der evangelischen Kirche in Chlastawe. Die Siedlungen weiteten sich immer weiter nach Westen aus. Am 11. 11.1700 bekam Sekowo (spÄter Zinskowo genannt, dann Friedenwalde) das Privileg vom Grundherrn. Ein Jahr spÄter erhielten Glinki und Paproc (spÄter Glinau und Paprotsch), 1704 bekam auch die Siedlung Przyłęk (auch Zielonka, Sielanki, Scherlanke) das Privileg. 1705 kam die Herrschaft Tomysl durch Heirat als Mitgift an die Familie Szoldrski, Nachkommen der ersten Siedler besiedeln spÄter weitere Landstriche der Herrschaft Tomysl. Die HÖfe liegen verstreut auf dem jeweiligen Ackerland. Eine Ausnahme bildet Sątopy (Sontop), das als geschlossenes Dorf durch Parzellierung des Vorwerks 1736 entsteht. In der zweiten HÄlfte des 18. Jahrhunderts entstehen die Streusiedlungen Tomysl, Kozielaski (1767) und Neurose (1765) und als letzte Groß- und Klein-Lipke (1783)."
- Karl Hielscher: Chlastawe und die Holländerein zwischen Neutomischel und WOllstein 1966: "der Artikel wurde im Original von Karl Hielscher fÜr das Jahrbuch der Landsmannschaft Weichsel-Warthe Ausgabe 1966 verfasst und publiziert.
...
Um dem Leser zu der in diesem Artikel beschriebenen Kirche zu Chlastawe ein Bild zu geben, wurden in der Einleitung und am Ende der VerÖffentlichung Fotos aus dem Jahr 2005 hinzugefÜgt.
Gute sechs Kilometer westlich von Bentschen — der Stadt inmitten der Obra-Seen und an der Bahnstrecke Frankfurt an der Oder / Posen — liegt das DÖrflein Chlastawe. Es besaß eine schÖne evangelische Kirche, die freilich klein war und nur wenige hundert KirchgÄnger fassen konnte. Es war ein mit Schindeln gedeckter Holzbau. Doch war es kein Blockbau, sondern ein StÄnderbau, der sich auf eine HolzsÄule inmitten der Kirche stÜtzte. So war dieses Kirchlein eine Besonderheit unter den alten aus Holz errichteten GotteshÄusern und zeigte AnklÄnge an die Stabkirchen Schwedens.
In den Jahren nach 1900 war der Bau grÜndlich instandgesetzt und erweitert worden, wobei er einen Kirchturm erhielt, der dem Kernbau geschickt angepaßt war. So wohlgelungen dieser Anbau war, verÄnderte er das Bild des ursprÜnglich ganz klein und unscheinbar gewesenen GebÄudes doch erheblich.
Zu altpolnischer Zeit galt diese Kirche nur als lutherisches Bethaus und durfte deshalb keinen Turm haben. Die Gemeinde half sich damit, daß sie zu dem KirchengrundstÜck, das den Friedhof einschloß, eine hÖlzerne Tordurchfahrt baute, auf der sie eine Glocke aufhing.
Die Kirche besaß noch eine weitere EigentÜmlichkeit: Sie war mit einer Reihe von GemÄlden geschmÜckt, die biblische Begebenheiten darstellten. Sie strahlten einen religiÖsen Fanatismus aus, der uns Heutigen fremd ist und einen merkwÜrdig berÜhrte. Gut dazu paßten die KÖpfe des Erbauers des Gotteshauses und seiner SÖhne, deren PortrÄts am Aufgang zur Empore des Kirchenpatrons hingen. Ihre ZÜge drÜckten eine wilde Kraft und Entschlossenheit aus. Radislaus Miesitscheck von Wischkaw war der Name jenes bÖhmischen Edelmannes, der im DreißigjÄhrigen Krieg aus seiner Heimat vertrieben, in die Gegend gekommen war. 1623 hatte er die Erbtochter Margarete von Brause geheiratet. Er kÄmpfte weiter fÜr die protestantische Sache, wurde einige Male verwundet und stieg im Heere des SchwedenkÖnigs Gustav Adolf zum Obersten empor. 1637 ließ er die Kirche errichten an Stelle einer frÜheren, die einem Brandstifter zum Opfer gefallen war. Der Baumeister war wahrscheinlich ein schwedischer Zimmermann gewesen, der unter dem Obersten gedient hatte.
Ja, das Kirchlein hatte bereits einen VorgÄnger gehabt. Und gelegentlich hat man vermutet, daß Chlastawe Überhaupt die Älteste lutherische Gemeinde in Polen gewesen wÄre. Liegt doch Bentschen nahe, das bereits im — ausgehenden Mittelalter ein Hort hussitischer „Ketzer” war. Zur Zeit Wladislaus Jagiellos, des ersten Königs aus litauischem Geschlechte, war Abraham Zbanski der Erb- und Grundherr von Bentschen. Er hatte sich jener fanatischen bÖhmisch-tschechischen Glaubensrichtung angeschlossen, die auch unter den BÜrgern von Bentschen und in der Umgebung AnhÄnger fand. Schließlich schritt der Bischof von Posen mit Waffengewalt gegen die der alten Kirche abtrÜnnig Gewordenen ein und zwang sie, ihrem „Unglauben” abzuschwÖren. FÜnf hussitische Priester soll er auf dem Scheiterhaufen haben verbrennen lassen, weil sie sich nicht beugten.
Radislaus Miesitschek von Wischkaw war ein Nachkomme bÖhmischer Hussiten. Mit ihm, wie auch schon zu Zeiten Abraham Zbanskis und vielleicht noch in der Zwischenzeit sind tschechische Hussiten, bzw. bÖhmische BrÜder in das Land gekommen. AllmÄhlich sind sie unter den evangelischen Deutschen aufgegangen. Acht bis neun Kilometer im Osten von Bentschen liegen zwei DÖrfer, die polnisch Czeskie Stare und Czeskie Nowe heißen, deutsch ursprÜnglich Deutsch-Zisken und Polnisch-Zisken, dann Deutsch-BÖhmisch und Polnisch-BÖhmisch genannt. Unter den Evangelischen der Gegend konnte man immer wieder Menschen treffen, die den Gestalten auf den Bildern der Kirche von Chlastawe Ähnelten. Es waren etwas dunkele, mittelgroße, meist hagere Personen, die sich hÄufig durch eine stÄrkere Regsamkeit auszeichneten.
In den damaligen polnischen Westgebieten, in einem Streifen von Fraustadt bis Schwerin an der Warthe, hatte sich seit dem Mittelalter deutsches BÜrger- und Bauerntum gehalten. WÄhrend der Reformation faßte das Luthertum Fuß. Eine Anzahl evangelischer Gemeinden vermochte alle StÜrme zu Überstehen, wobei sie wiederholt durch ZuzÜgler aus Deutschland verstÄrkt wurden.
Zu ihnen gehÖrten die sogenannten HollÄnder oder HaulÄnder. Es handelte sich um deutsche Bauern, die die adligen Grundherren auf ihre LÄndereien holten. Besonders taten das die Starosten. Um von den großen DienstlÄndereien Einnahmen zu erhalten, setzten sie in den wenig genutzten WÄldern die Bauern an, damit sie ihnen Zins zahlten. Da es aber lange und schwere Arbeit erforderte, um den Wald zu roden und das Land urbar zu machen, mußten die Adligen den Bauern entgegen kommen und ihnen gewisse Vorrechte bewilligen. Dazu gehÖrten mehrere Freijahre, der Wegfall der Frondienste, das Recht, ihr Glaubensbekenntnis ausÜben zu dÜrfen und ihre einfachen Gemeindeangelegenheiten selbst zu regeln. Da dieses Rode- und Niederlassungsrecht im 16. Jhdt. von hollÄndischen Mennoniten Über Danzig nach Polen gebracht worden war, hieß es HollÄnderrecht, die Niederlassungen HollÄndereien und die Siedler selbst HollÄnder. Und diese Namen blieben, als das Verfahren erst von Pommern und dann von Schlesiern Übernommen wurde, die Über die Grenzen kamen und in den polnischen Flußniederungen und KiefernwÄldern rodeten und siedelten und immer tiefer in das Land drangen. Als sich spÄter die preußischen Beamten den Ausdruck HollÄnder nicht erklÄren konnten, Änderten sie ihn in HaulÄnder ab – da die Bauern den Wald umgehauen hÄtten.
KopfschÜttelnd wird manch ein Leser fragen: „Und die polnischen Bauern? Warum zog der Adel sie nicht heran?” — Darauf ist zu antworten, daß damals das polnische Land im hÖchsten Grade verÖdet und menschenleer war. WÄhrend des 17. Jhdts. war es in kurzen AbstÄnden durch die schweren und blutigen Kriege mit den Schweden verwÜstet worden, in deren Gefolge noch Seuchen die Pest und Hungersnöte unzÄhlige Menschen dahingerafft hatten. Obendrein war ein Teil der Bauern in die Ostgebiete geflohen, weil es ihnen dort besser erging. Die KirchenbÜcher und Visitationsberichte geben ein Bild davon, wie die DÖrfer wÜst und verlassen dalagen. Zu alledem hatte es sich der polnische Bauer im Laufe der Leibeigenschaft abgewÖhnt, sich anzustrengen: Der Nutzen all seiner MÜhe kam ihm doch nicht zugute. So erwies er sich als wenig geeignet fÜr die schwere Rodearbeit.
Aus der Gegend ZÜllichau/Schwiebus kamen unsere Bauern Über die Linie Unruhstadt/Bentschen/Tirschtiegel, von wo eine Reihe NiederlassungsvertrÄge aus den Jahren kurz vor und nach 1700 bekannt sind. Schrittweise drangen sie vor und legten das Land frei fÜr eine Ansiedlung nach der anderen.
Eine Wanderung durch das Gebiet oder schon ein Blick auf die Karte zeigt, daß unsere „schlesischen HollÄnder” in ein tief liegendes, von BÄchen und GrÄben durchzogenes GelÄnde kamen. An den RÄndern erstreckten sich arme SandbÖden, die nur KiefernwÄlder zu tragen vermochten, und eine Reihe von Seen in hÜgeliger Umgebung. Sumpfige Niederungen zu erschließen war besonders schwierig, weshalb sie auch von den Siedlern des Mittelalters liegen gelassen worden waren. So dehnte sich um die Quellgebiete der Doiza, des Scharker Grabens und der Schwarzwasser eine Öde Sumpf- und Waldwildnis aus, die in ihrem Kern 15 mal 20 Kilometer maß. Erlen, Birken und vor allem wilde Weiden, die „WerftstrÄucher”, wucherten auf den nassen GrÜnden. Einst hatten sie den Elchen guten Unterschlupf geboten, doch waren diese lÄngst ausgerottet worden, wie auch der Biber. Aber außer WÖlfen gab es noch BÄren; Fischottern haben sich bis in unsere Zeit gehalten, und der scheue Schwarzstorch konnte ungestÖrt nisten. (Das sumpfige GelÄnde fand bei Rakwitz vor knapp 150 Jahren eine eigentÜmliche Verwendung, nÄmlich zur Zucht von Blutegeln, die bis Breslau, Leipzig, Berlin und Hamburg gehandelt wurden.) Sobald ein Geschlecht herangewachsen war, suchten sich die jungen Leute ein eigenes Unterkommen, zogen weiter und grÜndeten eine neue HollÄnderei. Dazu gehÖrten große Ausdauer und wilde Arbeitskraft. ZunÄchst hausten sie in notdÜrftigen ErdhÜtten, den „Buden”, und begannen, ihr Land urbar zu machen. Sie hatten den Wald zu roden, wobei sie freilich allzu große BÄume stehen ließen. Vielfach wurden BÄume durch „Ringeln” zum Absterben gebracht, d. h. durch tiefe Kerben rund um den Stamm. Das Reisig und alles GestrÜpp wurde verbrannt, die guten StÄmme fÜr die GebÄude und das Derbholz als Feuerung verwendet Um die feuchten Stellen zu entwÄssern, mußten GrÄben gezogen werden und zwar mitunter auf bedeutende Strecken. Zu tiefe Stellen wurden mit Erde aufgefahren, wozu hÄufig hunderte, ja bis zu tausend und mehr Fuhren gehÖrten. Das nahm Jahre und Jahre in Anspruch. Auf dem urbar gemachten Lande wurden die Üblichen Nahrungsmittel der Siedler: Hafer, Hirse und Roggen angebaut. Brachte der Sommer sengende Hitze und wenig Regen, so verdorrte die Ernte auf dem rohen Grund, wÄhrend das Korn in nassen Jahren schlecht schÜttete. In Regenzeiten mußte oft das Wasser aus den ErdhÜtten geschÖpft werden. Im Winter waren die Menschen wochenlang eingeschneit und hatten MÜhe, die Ritzen ihrer kÜmmerlichen Behausungen gegen den schneidenden Ostwind abzudichten. Am schlimmsten war die grÄßliche Enge fÜr die Frauen, die Kinder und die Kranken; mußte doch gekocht und gebacken, geflickt und geschneidert, ja gesponnen und gewebt werden. Bald nach der „Bude” wurde ein Backofen errichtet. Und wie oft mag eine der Notbehausungen zusammengebrochen sein und ihre Bewohner unter sich begraben haben.
Es ist an anderer Stelle schon darauf hingewiesen worden, daß das Umbrechen der PrÄrie in Nordamerika durch die EuropÄer ein Kinderspiel war gegen das, was unsere Vorfahren in Polen leisteten:
Der Erste arbeitete sich tot,
der Zweite litt noch Not,
der Dritte erst hatte Brot.
Nur allzu sehr traf dieses Wort zu.Sobald genÜgend Land gerodet war, wurde eine Scheune aufgestellt; darin wurden ein Notstall fÜr das Pferd und die Kuh und eine Notwohnung fÜr die Menschen eingerichtet. Bis die Freijahre herum waren, meist sieben an der Zahl, mußte das ganze GehÖft stehen. Die so entstandenen Bauernwirtschaften waren nicht groß. Ein bis zwei Pferde genÜgten, da der Umfang nur dreißig preußische Morgen bis das Doppelte betrug, nur ausnahmsweise wurden gegen hundert Morgen erreicht. Die Niederlassungen bildeten keine geschlossenen Ortschaften, sondern jeder Siedler saß mitten auf seinem Lande, so daß die HÖfe zerstreut auf den Feldern und in den Wiesen standen, wohl entlang einer Straße oder an einem Bach. Da die Landwirtschaften klein waren, wurden sie unter den Kindern nicht aufgeteilt, sondern nur eines Übernahm den elterlichen Hof, mÖglichst das jÜngste. Dann konnte den Älteren besser unter die Arme gegriffen werden, wenn sie sich selbstÄndig machten.
So entstanden in unserem Gebiet Über hundert HollÄndereien mit dem Mittelpunkt um den Kirchplatz Borui, der ursprÜnglich Hammer-Borui geheißen hatte. Erst 1786/88 wurde das StÄdtchen Neutomischel angelegt, das Borui den Rang ablief. Ein Teil der Enkel zog weiter, in die Gegend an der oberen Warthe hinter Schrimm und in das Warthebruch bei Kolo, nach Mittelpolen in die Gegend von Lodz, wo die Siedlung Bruzycko-Ksie.stwo 1791 eine Abschrift der WillkÜr von Hammer-Borui besaß, und noch weiter. In der zweiten HÄlfte des 19. Jahrhunderts zogen die Nachkommen gar bis nach Wolhynien. In ganz Polen grÜndeten vom 16. bis 19. Jhdt. die Mennoniten, die Pommern und die Schlesier an 3000 deutsche Siedlungen.
FÜr die Haltung der Bauern war ihr lutherisches Glaubensbekenntnis entscheidend. Noch stÄrker als ihre Sprache verband es sie untereinander und schied sie von ihrer polnischen und katholischen Umgebung. Erinnern wir uns der religiÖsen Inbrunst, die aus den Bildern der Kirche in Chlastawe sprach und die die hollÄndischen Mennoniten Über das Meer bis nach Polen getrieben hatte. Ein starker Nachhall blieb unter unseren schlesischen Siedlern lebendig.
Jede grÖßere Niederlassung hatte ihr Schul- und Kantorhaus mit etwas Acker, sowie einen Friedhof. Nun, die Schulmeister oder Kantoren waren sehr einfache Leute. Die Bauern nahmen dazu, wen sie halt bekommen konnten, irgend einen Handwerker, einen Flickschuster oder Flickschneider oder dergleichen — von der Schule selber konnte der Mann ja nicht leben, sondern mußte noch einen Beruf ausÜben. Unbedingt mußte er schreiben kÖnnen, damit er den notwendigen Schriftverkehr Übernehmen konnte, wie Kauf- und ÜberlassungsvertrÄge, auch gelegentlich Briefe fÜr die Bauern. Der Schulunterricht war verstÄndlicherweise unregelmÄßig und wurde vor allem im Winter gehalten. Die Eltern mußten fÜr jedes Kind bezahlen. Die Hauptsache waren der Katechismus, Kirchenlieder, Bibelverse, etwas Lesen und Rechnen und mitunter Schreiben. Außerdem hatte der Kantor die Toten zu beerdigen und die Kinder zu taufen; sonntags hielt er Lesegottesdienst.Diese HollÄnderschulen mÖgen uns recht dÜrftig vorkommen, und spÄter haben die preußischen Beamten weidlich Über sie gespottet, wie Stenger in Unruhstadt. Doch fanden sie wenig genug in Polen vor, nÄmlich auf dem Lande Überhaupt kaum andere Schulen und nur in grÖßeren StÄdten einige, die von katholischen OrdensbrÜdern unterhalten wurden. TatsÄchlich war also das zÄhe Festhalten der „HollÄnder” an ihren Kantorschulen etwas Außerordentliches und muß hoch eingeschÄtzt werden.
Der Pfarrer kam einmal, selten zweimal im Jahre hinaus, hielt einen Gottesdienst, reichte das Abendmahl, wozu er die Alten und Kranken aufsuchte, und traute die jungen Paare. Und woher kam er? — Aus Chlastawe! Seine Gemeinde reichte bis Über Borui, Glinau und Tirschtiegel hinaus. An den großen christlichen Festtagen aber machten sich die HollÄnder auf zu ihrer Kirche. Bedenken wir dabei die Wege und Verkehrsmittel! Es gab nur lose Feldwege, und die Entfernungen gingen in die Meilen und mußten mit zwar leichten, doch ungefederten Wagen, bzw. im Winter auf offenem Schlitten bewÄltigt werden. Oft genug werden die Kirchleute einen ganzen Tag unterwegs gewesen sein und manches Mal bei Sturm und Regen, bei Frost und Schnee. SelbstverstÄndlich war es, daß an den hohen Feiertagen das Abendmahl genommen wurde. Da der Andrang groß war, fand die Beichte am Abend vorher statt. Deshalb mußten die GlÄubigen in Chlastawe und der nÄchsten Umgebung Übernachten. Beim Gottesdienst faßte das Kirchlein nicht im entferntesten die Besucher. So wurden TÜren und Fenster geÖffnet, damit die draußen Stehenden der Predigt folgen konnten. Wurde schließlich das Abendmahl gereicht, so verließen die mit dem Sakramente Versehenen das Gotteshaus, um die draußen Harrenden an den Tisch des Herrn zu lassen. In dem ganzen weiten Gebiet konnten sich erst eigene Gemeinden bilden und Kirchen erbaut werden, als der polnische Reichstag, der Sejm, in den Jahren 1768/74 unter dem Drucke Rußlands und Preußens den Nichtkatholiken, den „Dissidenten”, ein freies AusÜben ihres Bekenntnisses zusicherte und entsprechende Gesetze erließ. Die Anzahl von sechs neuen Gemeinden im Bereich von Chlastawe gibt uns ein eindrucksvolles Bild davon, wie sich die evangelischen „HollÄnder” ausgebreitet hatten. Es entstanden an Kirchspielen:
* 1775 Tirschtiegel * 1777 Hammer-Borui, das nun Kirchplatz Borui genannt wurde * 1777 Lewitz-Hauland * 1778 Neustadt bei Pinne * 1779 Neutomischel * 1783 Bentschen.
Außerdem war eine Reihe alter Gemeinden verstÄrkt worden, wie Unruhstadt, Wollstein, Rakwitz, GrÄtz. Von vornherein war es fÜr die Bauern wichtig, daß sie gut zusammenhielten. Im Notfalle mußte sich jeder auf seinen Nachbarn verlassen kÖnnen.Manches darÜber schrieben die D o r f w i l l k Ü r e n , d. h. Satzungen vor. Der Grundherr hatte sie bestÄtigt, und so regelten die Bauern ihre Angelegenheiten selber. Der Schulze hatte zum Adalberts- und Martinstag den Zins einzusammeln und dem Herrn zu Überliefern. Er wurde gewÄhlt, ebenso wie die beiden SchÖffen oder GerichtsmÄnner, mit denen er Vormundschaftssachen ordnete, HÄndel schlichtete und Vergehen ahndete. Wurde eine Landwirtschaft verÄußert, so hatten die Nachbarn das Vorkaufsrecht.War die Rodezeit Überstanden und hatten sich die Bauern einigermaßen eingerichtet, so vermochten sie fÜr ihre Familienfeste mehr aufzuwenden. Ebenso wie die NÖte gemeinsam bestanden, wurden die Freudentage gemeinsam genossen. Heiratete ein Paar, so wurden von ringsherum Milch, Butter und Eier in das Hochzeitshaus geschickt. Das geschah ganz selbstverstÄndlich, auch wenn niemand zur Hochzeit geladen war. DafÜr wurden ansehnliche Mengen Kuchen gebacken und zwar Überwiegend Streuselkuchen, von dem dann wieder die ganze Nachbarschaft je nach der GrÖße des Hauses bedacht wurde. Indessen blieben die Feste im Vergleich zu alten Bauerngebieten bescheiden; es gab keine gewaltigen Hochzeiten mit Unmengen von GÄsten und von der Dauer einiger Tage. Auf der Fahrt zur Kirche war es Üblich, das Brautpaar mit einem blumengeschmÜckten Seil aufzuhalten, wovon es sich mit einer Gabe freizukaufen hatte. Unschicklich war es, im Hochzeitshaus die Fenster zu verhÄngen. Abends fanden sich von weit und breit ZaungÄste ein, die der Feier zusehen und sie mitgenießen wollten. Sie wurden mit Kuchen, GetrÄnken und Tabak bedacht, ja Öfter zu eigenen TanzstÜckchen in die Feststube gebeten. SpÄter bÜrgerte sich der Brauch ein, daß die nÄchsten AngehÖrigen und Freunde des jungen Paares am folgenden Sonntag zu einer Nachfeier ins Haus kamen; das war die „Wiederbraut”. Ähnlich sprangen die Nachbarn bei Taufen und BegrÄbnissen ein. Bei den letzten war es Ehrensache, die TrÄger zu stellen, die auch die Gruft herrichteten.
Bei der ausschlaggebenden Rolle des kirchlichen Lebens fanden in der Advents- und Passionszeit weder Hochzeiten noch Tanzlustbarkeiten statt. DafÜr tobte sich das junge Volk in der Fastnacht aus. In der Kirche saßen die Geschlechter getrennt rechts und links des Mittelganges und die Junggesellen noch besonders auf dem Chor. So war es in Chlastawe gewesen, und so Übernahmen es die anderen Kirchen. Gelegentlich schlossen sich die jungen Burschen zu einer mehr oder weniger festen Vereinigung zusammen und veranstalteten ZusammenkÜnfte und VergnÜgen. In der gespannten Stimmung des SpÄtsommers 1939 fand sich die Jugend mancherorts noch einmal zu einem frÖhlichen Abend zusammen. In der MorgendÄmmerung setzten sich die Jungens auf ihre FahrrÄder und fuhren — oft recht ansehnliche Strecken — geradewegs Über die deutsche Grenze. Dabei geschah es, daß nach dem Überschreiten die Ersten schon das Deutschlandlied anstimmten, wÄhrend die Letzten noch lange nicht hinÜber waren.
Ein Handwerk betrieb der eine oder andere der kleinen Bauern, der Eigentümer — denn die Kleinbauern wurden Eigentümer genannt, mitunter auch Kallipner, wÄhrend die grÖßeren Besitzer hießen, und „Wirte” nannten sich alle, wÄhrend die Bezeichnung Bauer wenig Üblich war. Neben dem Schmied war der wichtigste Handwerker der Zimmermann. Am Anfang war fast jeder mehr oder weniger Zimmermann gewesen, wie sich Überhaupt jeder zu helfen wissen und viele handwerkliche Tätigkeiten ausÜben mußte. Und im Notfall fanden sich bis zuletzt stets genÜgend sachverstÄndige Helfer. Doch gab es einen Stamm gelernter Zimmerleute, deren KÖnnen beachtlich war und fÜr die noch eine Anzahl alter HÄuser mit schÖnen und gut aufeinander abgestimmten Giebeln, TÜren und Fenstern zeugte. Neben den ursprÜnglichen Holzbauten in der Form des Block- oder Schrotbaues setzten sich vor allem bei den Scheunen die StÄnderbauten mit verbreiterten WÄnden durch. Vor dem reinen Ziegelbau trat das Fachwerk auf, das sich freilich in den HollÄndereien nicht allzu hÄufig fand, obwohl so einige Kirchen erbaut wurden. Die DÄcher wurden meist mit Rohr eingedeckt, bessere GebÄude wohl mit Schindeln. (In Neutomischel gab es noch einen Schindelmacher). Den Zimmerleuten nahe standen die Brettschneider, die auf den HÖfen die StÄmme zersÄgten. Das geschah auf der „Schneidkeute” mit der großen BrettsÄge, die von einem Mann auf dem Stamm und einem zweiten darunter gefÜhrt wurde.
Eine Eigenheit des Gebietes war der Hopfenbau. Wahrscheinlich hatten ihn die Hussiten aus BÖhmen gebracht. Der Hopfen ist eine Dauerkultur und verlangt fruchtbares und tiefgrÜndiges Land. Der moorige und anmoorige Boden der tief gelegenen LÄndereien sagte ihm zu. Doch mußte er grÜndlich durchgearbeitet werden. HÄufig geschah es durch das „SpatpflÜgen”: In der Pflugfurche verteilten sich einige Personen und gruben darin noch einen Spatenstich aus, den sie auf dem bereits gepflÜgten Lande verteilten. So wurde Furche neben Furche durchgearbeitet und das Feld bis zu einer Tiefe von 40 cm gewissermaßen rigolt.
Doch erst im 19. Jhdt. erlangte der Hopfenbau seine volle Bedeutung. Da er viel Arbeit erforderte, strÖmten zur HopfenpflÜcke tausende fremder ArbeitskrÄfte in die Gegend. Die MÄnner hatten die Ranken von den Stangen und GerÜsten herunterzuholen und auf den Hof zu schaffen, wo die Frauen und Kinder die Dolden abpflÜckten. Sie wurden auf Horden geschÜttet und auf BÖden und in Schuppen getrocknet und dann in Über vier Meter lange HopfensÄcke gefÜllt, die entsprechend hoch aufgehÄngt, werden mußten. Ein erfahrener Mann kletterte in den hÄngenden Sack und trat den Hopfen fest, der vorsichtig ÜbersprÜht werden mußte, damit die Dolden nicht zerkrÜmelten. Gut gefÜllt und zugenÄht wog solch ein Riesensack etwa einen Zentner. Zuletzt freilich Übernahmen Heißluftdarren und mechanische Pressen die Arbeit. Mit dem Hopfenbau verbanden sich gewisse BrÄuche. Wie in anderen Gegenden nach der Ernte oder der Weinlese gab es zum Abschluß der HopfenpflÜcke ein kleines Fest, einen Hopfenball.
Als freilich in den Jahren 1885/90 die Preise fÜr den Hopfen stark fielen, ging sein Anbau zurÜck. Indessen hinterließ er ein grÜndlich durchgearbeitetes Land, das gute ErtrÄge brachte und hÄufig fÜr Obst und GemÜse benutzt wurde. Daneben hatte der Hopfen Geld ins Land gebracht — wie Ähnlich die Korbweiden um Tirschtiegel — und den Bauern zu einem bescheidenen Wohlstand verholten. Hatten frÜher die heimeligen Schrotbauten Überwogen, so entstanden nun immer mehr ZiegelgebÄude, die mitunter recht stattlich und gerÄumig waren.
Die ganze Gegend mit ihren GÄrten, Hopfenanlagen, saftigen Wiesen und Üppigen Feldern, mit ihren GrÄben, Feldwegen und Stegen zwischen den oft versteckt liegenden HÖfen bildete eine einzige Gartenlandschaft und war das schÖnste und geschlossenste Gebiet von HollÄndereien in Polen."
- Arno Kraft: Ein Kirchplatz fÜr deutsche Siedler: "der Artikel wurde im Original ... fÜr das Jahrbuch der Landsmannschaft Weichsel-Warthe Ausgabe 2002 verfasst und publiziert. ...
Rund fÜnf Kilometer sÜdlich von Neutomischel liegt der Ort Kirchplatz-Borui. Er entstand als ein rechteckiger Platz um die in den Jahren 1776/77 erbaute evangelische Kirche. Diese wurde auf Wunsch der evangelischen Bewohner der HaulÄndergemeinden, welche zu Anfang des 18. Jahrhunderts im Heidegebiet sÜdÖstlich von Bentschen entstanden waren, als Fachwerkbau errichtet und in der Gemeinde Alt-Borui am Schnittpunkt zweier Wege erbaut. Der eine Weg fÜhrte in Nord-SÜd-Richtung von TomysI nach Hammer und bildete die Verbindung von Pinne Über Neustadt nach Wollstein, und der zweite in Ost-West-Richtung fÜhrte von Opalenitza Über Bukowiec nach Scharke und weiter Über Kroschnitz nach Bentschen. Beide Wege waren aber keine Hauptverbindungswege.
Die Streu-Siedlungen, fÜr deren Bewohner das neue Gotteshaus gebaut wurde, waren wohl schon am Ende des 17 Jahrhunderts begonnen worden und fÜhrten erst spÄter zur Bildung einzelner Gemeinden. FÜr all diese Gemeinden fehlen Daten Über die Erteilung von Privilegien, die es von den meisten Gemeinden der Umgebung, die nach HollÄnderrecht entstanden, gibt. Das mag mÖglicherweise daran liegen, daß die EigentumsverhÄltnisse zu Siedlungsbeginn Öfter wechselten.
UrsprÜnglich war dieses ganze Gebiet im Besitz des Kastellans von Bentschen. Es reichte im Mittelalter im Osten bis an den „Stillen Berg” (in dessen NÄhe spÄter der Ziegenkrug stand) heran. Im Osten grenzte der Besitz der Zbaskis an den der Familie Opalinski und im Norden an den der Ostrorogs.
Die Grenze der Besitzungen dieser Großgrundbesitzer war meistens durch GrenzhÜgel markiert. Von Zeit zu Zeit wurden die Grenzmarkierungen erneuert und durch BevollmÄchtigte der Besitzer auch in Dokumenten neu festgelegt. Da die Grenzregionen fast menschenleer waren, konnten die Heidereiter und Grenzwächter zu Fuß ihr Gebiet nur sehr schlecht kontrollieren, und es gab immer wieder Überschreitungen, bei denen Wild in fremdem Gebiet erlegt wurde, Heu gemÄht und auch abtransportiert wurde und vor allem Holz geschlagen wurde. Viel Holz wurde zu damaliger Zeit fÜr das VerhÜtten: von Raseneisenstein benötigt, das im SÜden im sogenannten Bentschener Hammer und im Norden im sog. Tirschtiegler Hammer verarbeitet wurde.
Der Bentschener Hammer lag an der Dojca in HÖhe des Weißen Sees, der spÄter Hammersee genannt wurde. Das Hammerwerk wurde schon vor 1500 in Dokumenten erwÄhnt. Der Tirschtiegler Hammer lag viel weiter nÖrdlich am Schwarzwasser und wurde spÄter Kupferhammer genannt, da in ihm in neuerer Zeit Kupfer verarbeitet wurde. Die Hammerwerke wurden im Mittelalter alle von Deutschen betrieben und das deutsche Wort „Hammer” wurde als Bezeichnung damals fÜr diese auch in der polnischen Sprache verwendet. Erst in neuerer Zeit verwendeten die Polen das Wort „kuznica”, das von „kuznia” = Schmiede abgeleitet war.
Das Gebiet, in welchem die deutschen protestantischen Siedler ihre BauernhÖfe nÖrdlich des Bentschener Hammers errichteten, lag in einer feuchten Heide. Dieses urtÜmliche Gebiet, rund 7 bis 17 km Östlich der Festung Bentschen, welche am Nordostufer des gleichnamigen großen Sees lag, war in der ersten HÄlfte des 15. Jahrhunderts in seinem westlichen Teil schon einmal Zuflucht fÜr GlaubensflÜchtlinge geworden.Damals hatte Adam Zbaski die Hussiten unterstÜtzt und nach dem Sieg der Truppen des Bischofs von Posen Über ihn verbargen sich viele Hussiten in der Gegend nÖrdlich des Dorfes Borui, welches 4 km westlich vom Hammersee liegt. Man sprach hier von den Zisker Siedlungen (nach Ziska, dem HeeresfÜhrer der Hussiten); spÄter wurden diese Gemeinden Deutsch- und Polnisch-BÖhmisch genannt.
Die deutschen Siedler, die viel spÄter in diese große Heide kamen, waren ja auch GlaubensflÜchtlinge, die aus dem katholischen Schlesien kamen, wo ihnen die AusÜbung ihres Glaubens schwergemacht wurde und die darum nach Polen auswanderten, wo ihnen Duldung ihres Glaubens versprochen wurde.
Viele Rinnsale durchzogen die Landschaft, und Erlen, Weiden und Birken wuchsen auf feuchteren Stellen, und auf mehr trockneren konnte man auch vereinzelt Eichen finden. Auf den wenigen sandigen Stellen waren Kiefern und auch Fichten heimisch.
In diesem menschenleeren Heidegebiet gab es viel Großwild, und sogar BÄren waren hier recht lange zu Hause, wie die Ortsbezeichnung Grubske (von gruby = Dicker) fÜr eine spÄtere Gemeinde bis jetzt bezeugt. Aber es gab in dieser Heidelandschaft auch grÖßere Wiesen, denn es wird in alten Dokumenten berichtet, daß einmal 50 Wagenladungen Heu aus diesem Gebiet gestohlen wurden.
So waren die Großgrundbesitzer froh, daß es deutsche Bauern auf sich nahmen, hier zu siedeln und neben ihrer schweren Rode- und EntwÄsserungsarbeit auch gleichzeitig eine Art Wachdienst Übernahmen.
Nachdem die erste und zweite Generation die Ansiedlungsstrapazen Überwunden hatten, konnte die dritte an den Bau eines Gotteshauses denken. Eine Schule hatten die Siedler schon frÜher. Hier wurde auch ein „Schulbuch” gefÜhrt, in das auch Geburten eingetragen wurden. Mir liegt eine Kopie von Geburtsbescheinigungen vor, in der die erste Geburt in einer Familie aus dem Jahre 1746 datiert. Zum Bau eines Gotteshauses war allerdings neben der Zustimmung des Grundherrn auch die Gesetzeslage des polnischen Staates Voraussetzung. Von den Nachbarn wurde Polen immer wieder zur Änderung seiner Politik gegenÜber den „Dissidenten” gedrÄngt. Bisher hatte ja die katholische Kirche in Religions- und auch Verwaltungsfragen das Sagen. Besonders im Osten des Staates beschwerten sich die vielen Orthodoxen Über ihre Behandlung. Rußland hatte als Folge des SiebenjÄhrigen Krieges durch MilitÄrprÄsenz stark an Einfluß gewonnen, und Zarin Katharina II, erhÖhte den Druck und so behandelte der polnische Reichstag ab 1766 die Dissidentenfrage und als Ergebnis wurde in einem polnischrussischen Vertrag u.a. auch die Tolerierung der Dissidenten garantiert. Dieser Vertrag wurde am 5. März 1768 angenommen.Schon vorher, am 24. Februar, wurde das „Toleranztraktat” von Rußland, Preußen, England. Schweden und DÄnemark garantiert. Die Hoheitsrechte der katholischen Kirche waren nun aufgehoben, und adlige Dissidenten durften nun wieder staatliche Ämter bekleiden. In Lissa tagte daraufhin die Synode fÜr das Posener Gebiet und grÜndete das Konsistorium, das sich ab 1. Januar 1776 mit der NeugrÜndung von Protestantengemeinden befaßte. Die Gemeinden von Borui und Umgebung hatten schon beim Besitzer der Hammerschen Güter, dem ev.-reformierten Ludwig Mielecki, dazu einen Antrag gestellt und erhielten am 3. November 1775 die Erektionsurkunde fÜr die neue Gemeinde Hammer-Borui, welche am 15. Januar 1776 vom Konsistorium Lissa genehmigt wurde. Nun konnte mit dem Kirchenbau begonnen werden. Der Grundherr schenkte der neuen Gemeinde Grund und Boden an der Kreuzung von den bereits zu Anfang erwÄhnten zwei Wegen. Außerdem erhielt die Kirchengemeinde von ihm Bauholz und 100 Dukaten fÜr den Kirchenbau. Am 1. Juni 1777 konnte das Gotteshaus der Kirchengemeinde Hammer-Borui, wie sie zunÄchst hieß, durch den Pfarrer Nickisch aus Wollstein eingeweiht werden. Es war aus Fachwerk mit Schindeldach und mit Emporen im Inneren erbaut worden. Fachlich unterstÜtzt wurde die neue Gemeinde bei ihrem Bau durch die Gemeinde Rakwitz (rd. 16 km sÜdÖstl. des neuen Kirchplatzes), die auch schon vorher die neue Gemeinde betreute. So hatte der Bau auch große Ähnlichkeit mit der neueren Kirche Rakwitz, die anstelle der ersten von 1662 auch als Fachwerkbau kurz vorher im Jahre 1763 neu erbaut wurde. Beide Kirchen hatten damals aber noch keinen Turm. In Rakwitz erfolgte der Turmanbau 1781 und in Borui erst mehr als 100 Jahre spÄter. Der Kirchturm wurde 1900 hier in massiver Steinbauweise an das Fachwerkkirchenschiff angebaut, wie aus einer Markierung an einem Fundamentstein noch heute ersichtlich ist. Der Bau erfolgte mit Hilfe einer Spende des kinderlosen Brauereibesitzers Georg Haase aus Breslau, die erst 1898 genehmigt wurde und 9500 M betrug. Erster Pfarrer in der neuen Gemeinde war der 1750 in Neudamm geborene Johann Christoph Knispel, welcher in Frankfurt/Oder studiert und am 2. April 1776 seine Ordination erhalten hatte. Er konnte diese Gemeinde bis zu seinem Tode im Jahre 1824 betreuen.
1793 war die Gegend preußisch geworden, und nach den Siegen der preußischen Truppen am Rhein gegen die Franzosen sammelten auf seine Anregung hin zum Dank die Gemeinden des Bomster Kirchenkreises Spenden fÜr verwundete Soldaten. Es kamen rund 79 Taler zusammen. Wenn nun auch unter protestantischer Oberhoheit, so gab es trotzdem fÜr die deutschen evangelischen Bauern der Gegend noch keine gesicherten VerhÄltnisse. Der im FrÜhjahr 1794 unter militÄrischer FÜhrung von Kosciuszko ausgebrochene polnische Aufstand hatte auch bis in das Posener Gebiet hinein seine Auswirkungen. Die unter FÜhrung von Niemojewski und Sokolnicki gebildete Kommission fÜr Großpolen hatte ihren Sitz in Kosten, das ja nur rund 35 km von den deutschen HaulÄndereien entfernt ist. Bewaffnete polnische Trupps zogen durch das Land und Überfielen Postwagen und Kassen und verhafteten in den kleinen Orten preußische Beamte. Wegen der schwachen MilitÄrprÄsenz mußten sich die deutschen Bauern und KleinstÄdter selber wehren, und Pastor Knispel stellte in seiner Gemeinde einen bewaffneten Selbstschutz auf und gab so ein Beispiel fÜr andere Gemeinden. Er verfaßte auch einen Gegenaufruf als Antwort auf die in Umlauf befindliche polnische Schrift, die den HaulÄndern Befreiung von Abgaben an den Adel versprach, um sie so gegen Preußen aufzuhetzen. Seine deutsche Schrift verbreitete sich rasch und zeigte durch ihre klare und aufmunternde Sprache bald ihre Wirkung. Er selbst konnte kurz danach feststellen: „Der Erfolg entsprach meinen WÜnschen.” So konnte auch ein Vorstoß von AufstÄndischen nach Bentschen verhindert werden. Als wieder Ruhe hergestellt war, sammelte er erneut Spenden fÜr die Opfer. Es kamen rund 36 Taler zusammen, eine recht stattliche Summe, wenn man bedenkt, daß bei den deutschen Siedlern Bargeld sehr knapp war. Von 1790 bis 1817 war Pfarrer Knispel auch Superintendent des Bomster Kirchenkreises. Zur Kirchengemeinde Hammer-Borui gehÖrten die HaulÄndereien: Alt- und Neu-Borui, Alt- und Neu-Scharke, die Herrschaft Hammer mit Alexandrowo, Januszewo, Horst u. Sandvorwerk, das Dorf Borui sowie Cichagora (spÄter Ziegenkrug genannt) sowie Bukowiec und Juliana. Die Kirche stand mitten auf dem langgestreckten Kirchenplatz, der erst 1900 erbaute massive Turm im Westen des rechteckigen Kirchenschiffs nur wenige Meter von der Nord-SÜd-Wegedurchfahrt entfernt. In ihm befanden sich zwei Glocken. Diese Glocken hingen bis zum Turmbau in einem hohen Glockenstuhl aus starken Holzbalken. Beide waren bei Karl Kallife in Lissa gegossen. Die Ältere und zunÄchst auch einzige trug die Jahreszahl 1714, befand sich wohl frÜher in einer anderen Kirche. Die neuere und spÄter dazugekommene, aus der gleichen Gießerei in Lissa, trug die Zahl 1824 und war erst spÄter in einem vergrÖßerten und stabileren Glockenstuhl eingebaut worden. Beide lÄuteten bis zum Ersten Weltkrieg und wurden, wie auch anderswo, vor Kriegsende fÜr die Metallspende ausgebaut, und erst 1936 konnten neue Glocken aus Danzig feierlich eingeholt und neu eingebaut werden. Das Pfarrhaus und die Schule befanden sich am Nordrand des Kirchenplatzes und weiter drumherum, und an den vier Ausfallwegen errichteten Handwerker und andere Familien ihre WohnhÄuser mit NebengebÄuden. Es gab bald zwei GasthÄuser und zwei WindmÜhlen. Anstelle der von Hunolds entstand um 1900 sogar eine DampfmÜhle, von dessen Dach die Gesamtaufnahme vom Ort in Nordrichtung gemacht wurde. So entwickelte sich mit der Zeit ein richtiger Kirchort. Und schon in der „Historisch, statistisch, topographischen Beschreibung von SÜdpreußen” (Leipzig 1798) heißt es u.a.: „H.-B. hat eine lutherische Pfarrkirche mit einem Prediger; 23 RauchfÄnge und 45 Familien mit 217 Menschen. Die ganze Gemeinde besteht aus deutschen Kolonisten, und wo die Kirche, das Prediger- und Schulhaus stehen, hat sich ein kleiner Flecken formiert.”
Die Herrschaft Hammer wurde spÄter ein Dominium, und als Hauptmann Busse dessen Pächter war, wurde 1866 Theodor Postler vierter Pastor in H.-B.; nun war die Ortsbezeichnung Kirchplatz-Borui nicht nur im Sprachgebrauch, sondern auch amtlich Üblich. ..."
- Opalenitza-Postkartenseite von Maciej Skrzypczak:
KUSCHLIN:

- Adreßbuch Kiel 1914: "Woydt Jul., Verw., Dahlmannstr.1"


[Maltes Genealogie HOME]