{"id":111,"date":"2007-10-08T11:23:47","date_gmt":"2007-10-08T09:23:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=111"},"modified":"2024-07-14T14:43:23","modified_gmt":"2024-07-14T13:43:23","slug":"kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=111","title":{"rendered":"Kinder"},"content":{"rendered":"<p><img class=\"size-full wp-image-4153 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/368264104_223572853997203_3009901446132275280_n.jpg\" alt=\"\" width=\"60%\" srcset=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/368264104_223572853997203_3009901446132275280_n.jpg 1080w, https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/368264104_223572853997203_3009901446132275280_n-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/368264104_223572853997203_3009901446132275280_n-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/368264104_223572853997203_3009901446132275280_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/368264104_223572853997203_3009901446132275280_n-768x768.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><\/p>\n<p>&#8220;Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten Europas. &#8230; Deutschland schl\u00e4gt mit 1,1 Kindern [pro Frau] den Rekord. Die Geburtenrate ist in <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=1335\">Frankreich<\/a> mit 1,9 Kindern auch niedrig, wenn man sie mit der vom Beginn des 20. Jahrhunderts vergleicht. Aber sie ist eine der h\u00f6chsten in den westlichen L\u00e4ndern. &#8230;<\/p>\n<p>Vergleichende Studien zeigen, dass &#8216;Kinder zu haben&#8217; in Frankreich gegen\u00fcber Deutschland st\u00e4rker als ein <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=553\">Wert<\/a> an sich angesehen wird. &#8230; Genauso best\u00e4tigen die befragten Franzosen viel st\u00e4rker die <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=102\">Idee<\/a>, dass &#8216;es die Aufgabe von Eltern ist, alles f\u00fcr ihre Kinder zu tun&#8217;, wohingegen die befragten <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=61\">Deutschen<\/a> (zumindest bei denen, die nach dem <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=117\">Krieg<\/a> geboren wurden) sich zur\u00fcckhaltender \u00e4u\u00dfern. &#8230;<\/p>\n<p>Oft werden sowohl die niedrigen Geburtenraten als auch die geringe Proportion berufst\u00e4tiger <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=78\">Frauen<\/a> mit dem Fehlen von Betreuungsstrukturen f\u00fcr Kleinkinder erkl\u00e4rt. &#8230;<\/p>\n<p>Aber die Weigerung der deutschen Gesellschaft, sich mit Betreuungsstrukturen f\u00fcr kleine Kinder auszustatten, hat tiefere Gr\u00fcnde. &#8230;<\/p>\n<p>Das famili\u00e4re und <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=2570\">erzieherische<\/a> Projekt wird so ernst genommen, dass man davor zur\u00fcckschreckt. Es ist, als w\u00e4ren die Bed\u00fcrfnisse der Kinder und die der Erwachsenen notwendigerweise widerspr\u00fcchlich und jegliche Bem\u00fchung, sie unter einen Hut zu bringen, zum Schaden der Kinder. Das ist der Grund, warum man lieber auf Kinder verzichtet, wenn man nicht bereit ist, den Preis zu zahlen, und den gesellschaftlichen Druck, eine potentielle Rabenmutter zu sein, nicht aush\u00e4lt. &#8230;<\/p>\n<p>Deutsche M\u00e4nner und Frauen assoziieren etwas ganz anderes mit der Formulierung &#8216;alles f\u00fcr sein Kind tun&#8217;. Dieses &#8216;alles&#8217; bedeutet f\u00fcr sie so viel mehr, als es sich die Franzosen vorstellen k\u00f6nnen! &#8230;<\/p>\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=324\">Freundin<\/a> sagte mit deutlich, sie habe sich am Anfang zwei Kinder gew\u00fcnscht, es aber dann bei einem bewenden lassen: Den Gedanken, alles ein zweites Mal aufgeben zu m\u00fcssen, ertrug sie nicht. Die Ankunft eines Kindes ist im <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=122\">Leben<\/a> der Eltern demnach eine kleine Katastrophe. &#8230;<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu m\u00f6chte man fast sagen, dass die Franzosen ein leichtes <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=191\">Spiel<\/a> haben, mehr Kinder in die Welt zu setzen und bei Umfragen zu <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=514\">antworten<\/a>, &#8216;Kinder zu haben sei super&#8217; &#8230; Einerseits erleichtern kollektive Einrichtungen das Leben. Andererseits sagt keiner, eine fr\u00fche Sozialisierung schade dem Kind. In Frankreich stellen Kinder die Erwachsenenwelt weniger auf den Kopf. Kinder zu haben bedeutet weniger Verzicht &#8211; weder auf ein Gehalt, noch auf Kontakte, soziale Anerkennung und berufliches Fortkommen. Dies d\u00fcrfte erkl\u00e4ren, warum die franz\u00f6sische Gesellschaft gegen\u00fcber dem Projekt Familie etwas bewahrt hat, was aus deutscher Sicht ganz nach fideler <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=87\">Unbek\u00fcmmertheit<\/a> aussieht.&#8221;<\/p>\n<blockquote><p>B\u00e9atrice Durant: Die Legende vom typisch Deutschen. Eine Kultur im Spiegel der Franzosen. Leipzig: Militzke 2004, S.97-103<\/p>\n<p>Abb.: Banksy.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\">01\/05<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten Europas. &#8230; Deutschland schl\u00e4gt mit 1,1 Kindern [pro Frau] den Rekord. Die Geburtenrate ist in Frankreich mit 1,9 Kindern auch niedrig, wenn man sie mit der vom Beginn des 20. Jahrhunderts vergleicht. 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