{"id":146,"date":"2007-10-08T20:49:32","date_gmt":"2007-10-08T18:49:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=146"},"modified":"2024-07-14T10:40:45","modified_gmt":"2024-07-14T09:40:45","slug":"narzismus-und-eitelkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=146","title":{"rendered":"Narzi\u00dfmus und Eitelkeit"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Die Konzentration auf &#8230; das Vorurteil vom <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=212\">l\u00fcgenden<\/a> <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=163\">Politiker<\/a> lenkt uns ab vom schlimmsten Laster der Politik. &#8230; 1996 nannte ich dieses Laster die Eitelkeit. Jetzt, einige Jahre danach, w\u00fcrde ich von Narzi\u00dfmus <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=2563\">sprechen<\/a>. &#8230;<\/p>\n<p>Die Eitelkeit des Politikers &#8211; sie ist mir bisher fast ausschlie\u00dflich bei M\u00e4nnern begegnet &#8211; &#8230; bezieht sich auf &#8230; das Gewicht innerhalb der Gruppe, die manche die &#8216;politische Klasse&#8217; nennen. &#8230; Der eitle Politiker ist davon \u00fcberzeugt, da\u00df ihm, zumindest in der Sparte der Politik, in der er sich hochgearbeitet hat, niemand das Wasser reichen kann. &#8230; Der Eitle giert nach Anerkennung, Zustimmung, Bewunderung. Wer sie ihm versagt, ist entweder <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=105\">dumm<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=758\">b\u00f6se<\/a>. Er mu\u00df es <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=209\">b\u00fc\u00dfen<\/a>. &#8230;<\/p>\n<p>Was ich seit 1996 <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=1762\">dazulernen<\/a> mu\u00dfte, bezieht sich auf das Verh\u00e4ltnis von Narzi\u00dfmus und Eitelkeit. Es gibt zwar keine Eitelkeit ohne einen gewissen Narzi\u00dfmus, aber offenbar doch einen massiven Narzi\u00dfmus ohne aufdringliche Eitelkeit. &#8230;<\/p>\n<p>Geckenhafte Eitelkeit war nicht Kohls Sache, und das war das Sympathische an ihm &#8230; Kohl lie\u00df die Leute Witze erz\u00e4hlen und festigte seine <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=34\">Macht<\/a>. Der eitle Politiker bereitet seine Auftritte sorgf\u00e4ltig vor. Hinterher kann er fragen: &#8216;Wie war ich?&#8217; &#8211; [Kohl] wollte gar nicht strahlen. &#8230; Er war Kohl, der beste, der richtige Kanzler. Das war genug. &#8230; Oskar Lafontanie lie\u00df sich zwar schwer beraten, fast nie von seiner <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=138\">Meinung<\/a> abbringen. Aber er nahm es auch denen nicht \u00fcbel, die es versuchten.<\/p>\n<p>Beide, Lafontaine und Kohl, sind dennoch an einem Verhalten gescheitert, das von ma\u00dfloser <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=186\">Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung<\/a> und wohl auch Selbstverliebtheit gepr\u00e4gt war. &#8230; Lieber trennte sich Kohl von denen, mit denen er \u00fcber Jahrzehnte zusammengewirkt hatte, als da\u00df er etwas tat, was der Person Kohl zuwider war. &#8230; [Lafontaine interessierte sich nicht f\u00fcr die Arbeit der Programmkommission, der er vorsa\u00df, Lafontaine wollte kein Programm, er war das Programm.] &#8230; Hier ist offenbar das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Ego und dem Rest der Welt gest\u00f6rt. &#8230;<\/p>\n<p>Es gibt offenbar einen Narzi\u00dfmus jenseits der Eitelkeit, einen Narzi\u00dfmus, welcher der gemeinen Eitelkeit nicht mehr bedarf. Vielleicht ist Eitelkeit der Narzi\u00dfmus der Unsicheren. &#8230; Der &#8211; zumindest nach au\u00dfen &#8211; uneitle Narzi\u00df ist von sich selbst so \u00fcberzeugt, da\u00df er Bewunderung zwar genie\u00dft, gelegentlich auch erheischt, aber nicht unbedingt braucht. &#8230; Der starke, scheinbar uneitle Narzi\u00df ist [\u00fcbrigens] nur teamf\u00e4hig, wenn er die Nummer eins ist &#8230;&#8221;<\/p>\n<blockquote><p>Ehrhard Eppler: Privatisierung der politischen Moral? Frankfurt(Main): Suhrkamp, S.44-53.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\">12\/02<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Die Konzentration auf &#8230; das Vorurteil vom l\u00fcgenden Politiker lenkt uns ab vom schlimmsten Laster der Politik. &#8230; 1996 nannte ich dieses Laster die Eitelkeit. 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