{"id":3092,"date":"2022-11-19T19:25:22","date_gmt":"2022-11-19T17:25:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=3092"},"modified":"2022-11-19T19:29:42","modified_gmt":"2022-11-19T17:29:42","slug":"industrie-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=3092","title":{"rendered":"Wohlstand 2022"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Richtig kritisch d\u00fcrfte es nur f\u00fcr Unternehmen werden, die sehr viel <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=507\">Energie<\/a> brauchen, zugleich stark unter [au\u00dfereurop\u00e4ischem] Konkurrenzdruck stehen \u2013 und keine hohen Gewinne haben &#8230; Und siehe da: So ungl\u00fccklich sieht es &#8230; nur in wenigen Zweigen der Industrie aus.<\/p>\n<p>Die Hersteller von Getr\u00e4nken etwa verbrauchen zwar viel Energie, haben aber hohe Margen \u2013 und stehen kaum in Wettbewerb mit Konkurrenten aus \u00dcbersee. &#8230; Umgekehrt konkurrieren etwa Hersteller von elektrischen Ausr\u00fcstungen zwar stark mit au\u00dfereurop\u00e4ischen Anbietern \u2013 brauchen daf\u00fcr aber wenig Energie und Gas. Dazwischen liegen Branchen wie die Bekleidungsindustrie, bei denen zwar der Anteil von Gas hoch ist, aber die Energiekosten insgesamt nicht so ins Gewicht fallen. Zudem sind die Margen derzeit stattlich &#8230;<\/p>\n<p>Nimmt man all diese F\u00e4lle aus &#8230; bleiben nur wenige sehr energieintensive Branchen \u00fcbrig, die tats\u00e4chlich akut in Gefahr sind &#8230;: vor allem Firmen, die Glas, Keramik und Textilien, sowie mit Abstrichen jene, die Metalle herstellen.<\/p>\n<p>Nun eine Kernschmelze der kompletten Industrie zu beschw\u00f6ren, ist nur absurd. Zumal es im Rest der Wirtschaft seit Jahren schon den Trend gibt, mit immer weniger Energie auszukommen &#8230; In Studien sei bislang kein systematischer Zusammenhang zwischen Energiepreisen und Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Wirtschaft festgestellt worden. Historische Beispiele von gro\u00dfen Energiekostenschocks wie etwa in Japan nach Fukushima lie\u00dfen nicht bef\u00fcrchten, dass dadurch eine Deindustrialisierung ausgel\u00f6st wird.<\/p>\n<p>Wenn energieintensive Industrien in einem Land schwinden, dessen erkl\u00e4rtes Ziel es ist, nicht mehr energieintensiv zu sein, um das Klima zu retten, dann ist es [\u00fcbrigens] ziemlich widersinnig, dar\u00fcber zu klagen &#8230;<\/p>\n<p>Umso absurder wirkt das Gejammer, dass wir gerade j\u00e4h unseren Wohlstand verlieren. &#8230; Der Export liegt auf Rekordniveau. Die Deutschen bekommen &#8230; [schon] gerade sp\u00fcrbar weniger f\u00fcr ihr Geld &#8230; Entscheidend [aber] ist, ob das so bleibt. Inzwischen schwinden die Lieferengp\u00e4sse, was manche Preise schon wieder sinken l\u00e4sst. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Energie. &#8230;<\/p>\n<p>Selbst eine so schnelle Korrektur der zuletzt exzessiv gestiegenen Energiepreise wird nicht reichen, um die Verteuerung der Lebenshaltungskosten aus dem vergangenen Jahr v\u00f6llig wettzumachen. &#8230; [Aber] es w\u00e4re [andererseits auch] nicht das erste Mal, dass nach einer spekulationsgetriebenen Preisexplosion die Rohstoffkurse kollabieren. &#8230;&#8221;<\/p>\n<blockquote><p>aus: Thomas Fricke: Wohlstand am Ende? Deutschlands irre Lust am eigenen Untergang. Spiuegel Online, 18.11.2022, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/wohlstand-deutschlands-irre-lust-am-eigenen-untergang-kolumne-a-98d1cd42-0c04-411b-b69b-b3622843f1ad\">im Internet<\/a>.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\">11\/22<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Richtig kritisch d\u00fcrfte es nur f\u00fcr Unternehmen werden, die sehr viel Energie brauchen, zugleich stark unter [au\u00dfereurop\u00e4ischem] Konkurrenzdruck stehen \u2013 und keine hohen Gewinne haben &#8230; Und siehe da: So ungl\u00fccklich sieht es &#8230; nur in wenigen Zweigen der Industrie aus. 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