{"id":359,"date":"2010-03-02T15:51:16","date_gmt":"2010-03-02T13:51:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=359"},"modified":"2023-12-22T00:06:54","modified_gmt":"2023-12-21T23:06:54","slug":"auslanderdeutsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=359","title":{"rendered":"Ausl\u00e4nderdeutsch"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Seit geraumer <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=218\">Zeit<\/a> ist bekannt, dass Babys ihre Muttersprache besser verstehen und <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=1762\">erlernen<\/a>, wenn man mit ihnen nicht in einer von Erwachsenen ersonnenen Babysprache spricht &#8211; zum Beispiel &#8216;watte hatte du die da?&#8217; &#8211; sondern in einer flie\u00dfenden und grammatikalisch korrekten Form: &#8216;Na, mein Kleiner, was hast du denn da?&#8217;<\/p>\n<p>Es hat sicherlich einige Zeit gedauert, bis sich diese Erkenntnis durchgesetzt hat. Warum sollte sie nicht auch zwischen Erwachsenen verschiedener Herkunft gelten? Denn ein <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=46\">Ausl\u00e4nder<\/a> wird die deutsche Sprache kaum besser verstehen, geschweige denn erlernen, wenn ein <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=61\">Deutscher<\/a> im Gespr\u00e4ch mit ihm versucht, ein gebrochenes &#8216;Ausl\u00e4nderdeutsch&#8217; zu <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=2563\">sprechen<\/a>.<\/p>\n<p>Erstens handelt es sich nicht um das Deutsch, das Ausl\u00e4nder normalerweise untereinander sprechen. Daher geht die vielleicht gut gemeinte Absicht, in einer f\u00fcr Ausl\u00e4nder verst\u00e4ndlicheren und &#8216;heimischeren&#8217; <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=194\">Sprache<\/a> zu kommunizieren, fehl. Denn normalerweise ist die gebrochene deutsche Sprache der Ausl\u00e4nder dadurch bedingt, dass sie den Satzbau oder die Aussprache ihrer Muttersprache \u00fcbernehmen. Man kann jedoch wohl davon ausgehen, dass nicht jeder Deutsche den Satzbau und die Aussprache aller rund 150 oder mehr Sprachen, die auf dieser Welt gesprochen werden, kennt. Daher mu\u00df dieser Versuch scheitern.<\/p>\n<p>Zweitens ist es in Zeiten, in denen von Ausl\u00e4ndern ein Sprachtest verlangt wird, um sich in Deutschland einb\u00fcrgern zu k\u00f6nnen, sinnvoller, ihnen die deutsche Sprache richtig nahe zubringen &#8211; au\u00dfer man will verhindern, dass sie den Sprachtest bestehen. Ein Hamburger w\u00fcrde sich bei einem Gespr\u00e4ch mit einem M\u00fcnchner auch nicht auf den Versuch einlassen, bayrischen Dialekt zu sprechen, um sich <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=36\">verst\u00e4ndlicher<\/a> zu machen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne: Lasst Eure Vorbehalte zu Hause und versucht, mit jedem Ausl\u00e4nder genauso wie mit jedem Deutschen zu sprechen &#8211; nur etwas deutlicher und etwas langsamer. Nehmt Euch ein Beispiel an Eurem Bundesverteidigungsminister &#8211; &#8216;gaaaanz laaangsaaam&#8217;.<\/p>\n<blockquote><p>aus: &#8220;Im Ausland daheim: Der in Hamburg aufgewachsene Grieche Christos Petridis gibt Tips zum sprachlichen Umgang miteinander: Wie ein Deutscher nicht mit Ausl\u00e4ndern <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=463\">reden<\/a> sollte. Badische Zeitung 15.3.2001.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\">10\/01<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass Babys ihre Muttersprache besser verstehen und erlernen, wenn man mit ihnen nicht in einer von Erwachsenen ersonnenen Babysprache spricht &#8211; zum Beispiel &#8216;watte hatte du die da?&#8217; &#8211; sondern in einer flie\u00dfenden und grammatikalisch korrekten Form: &#8216;Na, mein Kleiner, was hast du denn da?&#8217; Es hat sicherlich einige Zeit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6,3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/359"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=359"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/359\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4369,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/359\/revisions\/4369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}