{"id":379,"date":"2010-12-18T17:15:39","date_gmt":"2010-12-18T15:15:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=379"},"modified":"2023-12-21T23:48:46","modified_gmt":"2023-12-21T22:48:46","slug":"antiquariatsbesucher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=379","title":{"rendered":"Antiquariatsbesucher"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Unsereiner fragt nicht in den Antiquariaten, was zu finden ist, unsereins findet &#8211; oder eben nicht. Gespr\u00e4che mit den <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=141\">Menschen<\/a> schon, aber nicht gleich und schon gar nicht \u00fcber das, wonach man Ausschau h\u00e4lt. Hier sind wir Konkurrenten. Der eine m\u00f6glichst einen guten Preis erzielen, der andere seine Trouvaille machen, und wenn \u00fcberhaupt, dann verr\u00e4t man seine Freude erst nach dem Kauf. Ansonsten gilt es, Ruhe zu bewahren, sich die <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=218\">Zeit<\/a> zu geben. um ohne Hast die Regale so zu durchst\u00f6bern, zum wiederholtenmal die Raffinessen der Impressionsvermerke zu \u00fcberpr\u00fcfen und, in den \u00fcberwiegenden F\u00e4llen, die zweite, dritte oder wievielte Ausgabe auch immer ins Regal zur\u00fcckzustellen und den Glauben zu bewahren, da\u00df die Originalausgabe sich schon noch finden l\u00e4\u00dft und dann zu einem Preis, der einem das Gef\u00fchl gibt, der Sieger dieses verschwiegenen Wettkampfes zu sein. Weil man sich in diesem bestimmten Segment der <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=24\">Literatur<\/a> eben besser auskannte oder weil auch dem Antiquar einmal bei den Preisauszeichnungen die Zeilen des Impressums vor den Augen verschwammen. &#8230;<\/p>\n<p>Es ist kein Diebstahl, gelegentlich mehr zu wissen als der Verk\u00e4ufer, es ist immer ein <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=191\">Spiel<\/a>. Der Antiquar kauft in &#8220;Losen&#8221; und bietet einen Preis f\u00fcrs Ganze, er kauft bei jenem, der&#8217;s wieder loswerden will. Es ist seine Profession, die Ware zu kennen und einen angemessenen Preis festzusetzen. Es ist die Obsession des <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=55\">Sammlers<\/a>, seiner Sucht die notwendige W\u00fcrze zu geben. Bei alten <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=53\">B\u00fcchern<\/a> gilt wie bei allem, was man sammeln kann: Dem einen ist das Objekt mehr wert als dem anderen. Parbleu! H\u00e9las!<\/p>\n<p>&#8230;. Mit einer vollen Plastikt\u00fcte verlasse ich den Laden. Jetzt steht mir der Schwei\u00df auf der Stirn, ein Pl\u00e4tzchen im Schatten und die Gitane in den Mundwinkeln &#8211; durchatmen, mein Lieber! Zeit zum Freuen, ohne H\u00e4me und ganz f\u00fcr mich. Jeden der braunen B\u00e4nde nacheinander in die H\u00e4nde genommen, gebl\u00e4ttert, <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=127\">gelesen<\/a>. Und irgendwann wieder zur\u00fcck in die Realit\u00e4t &#8230; und trotz des Fundes noch immer skeptisch auf dem Weg zum n\u00e4chsten Antiquariat. &#8230;<\/p>\n<p>Viele Besucher. Man steht sich im Weg beim Suchen und h\u00f6rt die Gespr\u00e4che der anderen zwangsl\u00e4ufig mit, erkennt jedoch schnell genug, da\u00df es keiner Spionage bedarf, denn sie suchen anderes. &#8230;&#8221;<\/p>\n<blockquote><p>aus: Veit Heinichen: Sch\u00e4tze im Olivenberg, S\u00fcddeutsche Zeitung, 16.\/17.9.1995, S.III<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\">09\/95<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Unsereiner fragt nicht in den Antiquariaten, was zu finden ist, unsereins findet &#8211; oder eben nicht. Gespr\u00e4che mit den Menschen schon, aber nicht gleich und schon gar nicht \u00fcber das, wonach man Ausschau h\u00e4lt. Hier sind wir Konkurrenten. 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