{"id":60,"date":"2007-10-07T22:53:33","date_gmt":"2007-10-07T20:53:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=60"},"modified":"2024-07-14T15:39:46","modified_gmt":"2024-07-14T14:39:46","slug":"der-spiegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=60","title":{"rendered":"DER SPIEGEL"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Unter der Drapierung durch &#8230; [den SPIEGEL-]Jargon sind weder die Z\u00fcge Goethes noch die von Dylan Thomas wiederzuerkennen. &#8230; Was den SPIEGEL-Text von jeder anderen Fassung des Sachverhaltes unterscheidet, ist &#8230; nicht nur dessen Tr\u00fcbung durch Jargon und verstecktes Vorurteil, sondern auch seine angestrebte <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=353\">Humorigheit<\/a>. &#8230;<\/p>\n<p>Story und Nachricht schlie\u00dfen einander aus. &#8230; Sein Ruf als der eines wohlunterrichteten Blattes hat darunter nicht gelitten. Das mag &#8230; daran liegen, da\u00df sich DER SPIEGEL die <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=411\">Informationen<\/a>, die er verarbeitet allerhand kosten l\u00e4\u00dft. &#8230;<\/p>\n<p>Die Spezialisten im SPIEGEL-Archiv sind im Grunde die einzigen, die verm\u00f6ge ihres Trainings in der Lage sind, den Informationsgehalt des Blattes zu analysieren. &#8230; Als <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=72\">falsch<\/a> gilt in diesem Verstand nur eine Behauptung, die zu einem Rechtsstreit f\u00fchren kann, der f\u00fcr die Zeitschrift aussichtslos w\u00e4re. &#8230;<br \/>\n[Wer meint], Informationen von <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=449\">\u00f6ffentlichem<\/a> Interesse lie\u00dfen sich nur zwischen den Zeilen publizieren, &#8230; h\u00e4lt Zensur f\u00fcr eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit und hat sich mit ihr schon abgefunden. &#8230;<\/p>\n<p>Das Blatt hat keine <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=138\">Position<\/a>. Die Stellung, die es von Fall zu Fall zu beziehen scheint, richtet sich eher nach den Erfordernissen der Story, aus der sie zu erraten ist; als deren Pointe. &#8230; Wer nicht bereit ist, Stellung zu beziehen &#8230; der schr\u00e4nkt seine <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=311\">Kritik<\/a> von vorneherein auf blo\u00dfe Taktik ein. &#8230; Was dem SPIEGEL an kritischer Potenz fehlt, versucht er durch inquisitorische Gestik zu ersetzen. &#8230;<\/p>\n<p>Moralisch entlastet das Verfahren den <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=504\">Konsumenten<\/a>. &#8230; <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=131\">Intellektuell<\/a> kl\u00e4rt es ihn \u00fcber seinen <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=479\">faktischen<\/a> Zustand, den der Ignoranz, keineswegs auf. &#8230;<\/p>\n<ol>\n<li>Die Sprache des SPIEGEL <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=157\">verdunkelt<\/a>, wovon sie <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=463\">spricht<\/a>.<\/li>\n<li>Das <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=61\">deutsche<\/a> Nachrichtenmaganzin&#8217; ist kein Nachrichtenmagazin.<\/li>\n<li>DER SPIEGEL \u00fcbt nicht Kritik, sonden deren <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=69\">Surrogat<\/a>.<\/li>\n<li>Der Leser des SPIEGEL wird nicht orientiert, sondern desorientiert.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Jedes <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=31\">Volk<\/a> &#8230; verdient die Presse, die es n\u00f6tig hat. Da\u00df wir ein Magazin vom Schlage des SPIELGEL n\u00f6tig haben, spricht nicht f\u00fcr das Blatt, das die Masche zu seiner <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=461\">Moral<\/a> gemacht hat; es spricht gegen unsere <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=136\">Presse<\/a> im ganzen, gegen den Zustand unserer Gesellschaft \u00fcberhaupt; es spricht mit einem <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=217\">Wort<\/a>, gegen uns.&#8221;<\/p>\n<blockquote><p>aus: Hans Magnus Enzensberger: Die Sprache des &#8220;SPIEGEL&#8221;. [1957], hier <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\">zitiert<\/a> nach: H. Mayer: Deutsche <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=19\">Literaturkritik<\/a>, Bd.4, Frankfurt(Main) 1983, S.544-566.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\">05\/93<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Unter der Drapierung durch &#8230; [den SPIEGEL-]Jargon sind weder die Z\u00fcge Goethes noch die von Dylan Thomas wiederzuerkennen. &#8230; Was den SPIEGEL-Text von jeder anderen Fassung des Sachverhaltes unterscheidet, ist &#8230; nicht nur dessen Tr\u00fcbung durch Jargon und verstecktes Vorurteil, sondern auch seine angestrebte Humorigheit. &#8230; Story und Nachricht schlie\u00dfen einander aus. &#8230; Sein Ruf [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6,3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=60"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5302,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60\/revisions\/5302"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=60"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=60"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=60"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}