{"id":848,"date":"2017-08-28T09:22:13","date_gmt":"2017-08-28T07:22:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=848"},"modified":"2024-12-09T23:10:17","modified_gmt":"2024-12-09T22:10:17","slug":"terrorismusbekampfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=848","title":{"rendered":"Terrorismusbek\u00e4mpfung"},"content":{"rendered":"<p><img class=\"size-full wp-image-5607 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSCF3057-CROP.jpg\" alt=\"\" width=\"90%\" srcset=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSCF3057-CROP.jpg 2524w, https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSCF3057-CROP-300x182.jpg 300w, https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSCF3057-CROP-1024x622.jpg 1024w, https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSCF3057-CROP-768x466.jpg 768w, https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSCF3057-CROP-1536x932.jpg 1536w, https:\/\/www.woydt.be\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSCF3057-CROP-2048x1243.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 2524px) 100vw, 2524px\" \/><\/p>\n<p>&#8220;Es ist schmerzhaft zuzugeben, aber wir Journalisten sind die Boten des <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=500\">Terrors<\/a>, durch uns werden aus f\u00fcnf ver\u00e4ngstigsten <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=141\">Menschen<\/a> in einer Kirche Millionen ver\u00e4ngstigte, w\u00fctende, nach Rache rufende <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=755\">Menschen<\/a> in der ganzen Welt. &#8230; Nat\u00fcrlich kann man jetzt den ber\u00fchmten Satz zitieren:<em> &#8216;Don&#8217;t shoot the messenger&#8217;<\/em>, was so viel hei\u00dft wie: Der Bote kann nichts f\u00fcr die Botschaft, die er \u00fcberbringt. Nur, in diesem Fall stimmt das nicht. &#8230;<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=549\">Terroristen<\/a> benutzen uns Journalisten. Und wir lassen uns benutzen, wieder und wieder. &#8230; [Terrorismus] verbreite sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zun\u00e4chst dort, wo die &#8230; Kommunikationstechnologien besonders weit fortgeschritten waren &#8230; Politische Morde, wie es sie schon immer gegeben hatte &#8230; aber etwas war neu. &#8230; Auf einmal hatten kleine terroristische Gruppen, selbst Individuen, ein Mittel gefunden, um mit wenig Aufwand das Weltgeschehen zu beeinflussen. Die <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=449\">\u00d6ffentlichkeit<\/a>: Sie war Waffe geworden. &#8230;<\/p>\n<p>Jetzt, nach Barcelona, titelte die Londoner Times wieder: <em>Evil Strikes Again<\/em>. Das B\u00f6se schl\u00e4gt wieder zu. Nicht ein paar Durchgeknallte, nein, <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=758\">das B\u00f6se<\/a> schlechthin, nicht weniger als das! Jubel bei den Terroristen. Ziel erreicht. Alle haben Angst. &#8230; Terroristen n\u00e4hren sich an der Eskalation. &#8230; Die Islamisten wollen die gesamte westliche Welt in eine gro\u00dfe Schlacht trieben. Auch jene Terroristen, die &#8230; sich im Kinderzimmer &#8230; radikalisieren, sehen sich als tapfere Soldaten in einem heroischen <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=117\">Krieg<\/a>. Es gibt diesen <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=339\">Krieg<\/a> nicht. Der Kampf gegen den <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=533\">Terrorismus<\/a> ist in <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=212\">Wahrheit<\/a> eine Auseinandersetzung mit einigen radikalen Verbrechern. &#8230;<\/p>\n<p><strong>Es gibt &#8230; nur einen Ausweg: &#8230; Wir m\u00fcssen aufh\u00f6ren, \u00fcber Terroranschl\u00e4ge zu berichten.<\/strong> Unmittelbare Folgen h\u00e4tte ein Anschlag dann nur f\u00fcr die Familien der <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=159\">Opfer<\/a>, die Augenzeugen, das medizinische Personal und einige Therapeuten &#8211; so wie bei einem Autounfall.\u00a0 &#8230; Nach einer Massenkarambolage auf der A8 strahlt niemand das Brandenburger Tor an. Die Angst w\u00fcrde einged\u00e4mmt. Unsere Gesellschaft w\u00e4re ges\u00fcnder.<\/p>\n<p>Dieses Gedankenspiel ist wohltuend und qu\u00e4lend zugleich, f\u00fcr mich als Journalisten besonders, denn nat\u00fcrlich widerspricht es meinem Berufsverst\u00e4ndnis. &#8230; Sofort f\u00fchrt man innere <a href=\"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/?p=62\">Debatten<\/a> \u00fcber die Pressefreiheit. Was man dabei vergisst: Es gibt ein Beispiel daf\u00fcr, dass wir Journalisten diese Art von Selbstzensur l\u00e4ngst praktizieren &#8211; nur dass wir sie nicht so nennen. &#8230; Je mehr ein Selbstmord thematisiert wird, desto gr\u00f6\u00dfer die Zahl der Nachahmer. Deswegen haben sich Journalisten in vielen L\u00e4ndern darauf geeinigt, nur sehr eingeschr\u00e4nkt \u00fcber Suizide zu berichten. &#8230; Nicht-Berichterstattung rettet Leben &#8211; beim Suizid reicht uns Journalisten das als Grund zum Schweigen.<\/p>\n<p>Vor vier Wochen erschien im renommierten <em>Journal of Public Economics<\/em> ein interessanter Artikel. Michael Jetter, ein deutscher \u00d6konom an der University of Western Australia, berichtet darin von seiner Forschungsarbeit. &#8230; Das Ergebnis: Immer wenn \u00fcber einen Anschlag besonders ausf\u00fchrlich berichtet wurde, kam es in den darauf folgenden sieben Tagen zu weiteren Anschl\u00e4gen, bei denen im Durchschnitt drei Menschen starben. &#8230; Weil wir berichten, sterben Menschen.&#8221;<\/p>\n<blockquote><p>aus: Bastian Berbner: Wir Terrorhelfer. Die Zeit, 24.8.17, S.13-15.<\/p>\n<p>Abb.: Gent, 16.11.24.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\">08\/17<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Es ist schmerzhaft zuzugeben, aber wir Journalisten sind die Boten des Terrors, durch uns werden aus f\u00fcnf ver\u00e4ngstigsten Menschen in einer Kirche Millionen ver\u00e4ngstigte, w\u00fctende, nach Rache rufende Menschen in der ganzen Welt. &#8230; Nat\u00fcrlich kann man jetzt den ber\u00fchmten Satz zitieren: &#8216;Don&#8217;t shoot the messenger&#8217;, was so viel hei\u00dft wie: Der Bote kann nichts [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6,3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/848"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=848"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/848\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5609,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/848\/revisions\/5609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=848"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=848"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.woydt.be\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=848"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}