MALTE WOYDT

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SUV

Je me faisais récemment la réflexion autour d’un phénomène en apparence ridicule, mais tellement révélateur de note époque : le développement de voitures SUV qui portent des noms de tribus nomades : Touareg, Touran, Quahqai… L’idée que l’on puisse trouver son bonheur dans des choses aussi dérisoires me désole, m’intrigue et me fascine. En anglais, on dit ‘to add insult to injury’, ajouter l’insulte à la blessure : on donne le nom de peuples affectés par le changement climatique sans en être responsables aux objets qui y contribuent le plus.”

aus: Philippe Descola interviewt durch Hugues Dorzée: Comment refaire societé élargie? Imagine, Juni 2020, S. 74/75.

01/23

31/01/2023 (0:32) Schlagworte: FR,Lesebuch ::

Islamismus 4

“In ihrem Streben, von den Kolonialherren, die sie entmachtet hatten, anerkannt zu werden, drängten die neugeborenen muslimischen Staaten ins Weltgeschehen. Voller Enthusiasmus strömten sie in die Hallen der Vereinten Nationen, um die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zu unterzeichnen und die Achtung der Grundrechte als Prinzip und geistige Grundlage der Verfassungen zu fordern. … Nach der Unabhängigkeit gab es bei den Muslimen keine Männer mehr, sondern nur noch geschlechtslose Bürger …”

aus: Fatema Mernissi: Der politische Harem. Mohammed und die Frauen. Frankfurt: Dagyeli 1989 (frz. Orig.-Ausg. 1987), S.  30.

01/23

28/01/2023 (18:55) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Historismus 2

“Die Abendländer erleben die Vergangenheit als Hobby, als Zeitvertreib, um sich vom Streß der Gegenwart zu erholen. Wir versuchen beharrlich, sie als Beruf, Berufung und Horizont zu sehen. Indem wir ständig die Ahnen beschwören, erleben wir die Gegenwart als wenig erbauliches Zwischenspiel; bestenfalls als ärgerliche Störung. … ‘Der heutige arabische Leser leidet darunter, daß er sich der Gegenwart nicht stellen will. Die Gegenwart entgleitet uns. Um uns unserer Existenz sicher zu sein und unserer zahlreichen Probleme Herr zu werden, suchen wir Zuflucht in irrationalen Lösungen.’ [[Mohammed Jaberi)]”

aus: Fatema Mernissi: Der politische Harem. Mohammed und die Frauen. Frankfurt: Dagyeli 1989 (frz. Orig.-Ausg. 1987), S.  27/28.

01/23

28/01/2023 (18:36) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Technischer Fortschritt

“… Der Stromkreis, elektrisches Licht und rudimentäre Elektromotoren wurden in den frühen 1800er Jahren entwickelt. Es dauerte jedoch noch ein weiteres Jahrhundert, bis die weit verbreitete Einführung von Elektrizität in den Vereinigten Staaten das BIP zu steigern begann. … Computer … kamen Anfang der 1950er Jahre auf den Markt, steigerten aber erst in den späten 1990er Jahren die Produktivität in der Arbeitswelt spürbar.

Einige Technologien verbessern eindeutig die Produktivität und verringern den Bedarf an Arbeitskräften. Automatisierte Werkzeugmaschinen beispielsweise … Aber andere Technologien – selbst die verblüffendsten – zeigen überraschend geringe Auswirkungen. Wie wäre es mit dem Internet … Fast ein Vierteljahrhundert … Internet [hat] noch immer keine Produktivitätsrevolution ausgelöst. Genauso wenig wie Smartphones.

Ist KI also eher wie das Smartphone oder wie eine automatisierte Werkzeugmaschine? … Es ist schwer vorherzusagen, inwiefern die Technologie zu Arbeitsplatzverlusten führen wird. Erinnern Sie sich noch an die Aufregung vor einigen Jahren über die Möglichkeit, dass selbstfahrende Autos die Arbeit von Lkw-Fahrern überflüssig machen könnten? …

Wenn Unternehmen Menschen durch Maschinen ersetzen können, tun sie das in der Regel auch. KI kann Arbeiten übernehmen, die derzeit von Rechtsanwaltsgehilfen, Werbetexterinnen, … ja, auch von einigen Journalisten erledigt werden. Das bedeutet, dass sich diese Berufe verändern könnten, und zwar bald. … Bestimmte Spezialisierungen könnten ausgelöscht werden, so dass Tausende von Call-Center-Betreibern oder Marketing-Mitarbeitern arbeitslos würden. [MIT-Professor David] Autor betont jedoch die Vorteile, die sich aus dem Einsatz dieser Technologie ergeben: Die Produktivität stagniert seit Jahrzehnten. Wenn Maschinen ein wenig mehr Arbeit übernähmen, könnte das am Ende einen großen Nutzen bringen. …”

aus: Annie Lowrey: Game Changer am Arbeitsplatz, IPG 26.1.23, im Internet.

01/23

27/01/2023 (13:53) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Roots

“A man does not have roots, he has feet.”

Riad Sattouf, zitiert durch Adam Shatz, mit dem Hinweis, das Zitat sei ursprünglich von Salman Rushdie. In: Adam Shatz: Drawing Blood. A French graphic novelist’s shocking memoir of the Middle East. The New Yorker, 12.10.15, im Internet.

01/23

26/01/2023 (1:47) Schlagworte: EN,Lesebuch ::

Being

“Shakespeare’s Hamlet said: ‘To be or not to be, that is the question.’ But that is no problem. We all want to be. The real problem, biblically speaking, is how to be and how not to be.”

I would say to young people a number of things, and I have only one minute. I would say, let them remember that there is a meaning beyond absurdity. Let them be sure that every little deed counts, that every word has power, and that we can do, everyone, our share to redeem the world, in spite of all absurdities and all the frustration and all disappointments. And above all, remember that the meaning of life is to build life as it if were a work of art. You’re not a machine. When you are young, start working on this great work of art called your own existence.”

aus: Abraham Joshua Heschel (1972) zitiert durch Arnold Eisen in Krista Tippett interviewing Arnold Eisen: The Opposite of Good Is Indifference. On Being 2008/2017, im Internet.

01/23

24/01/2023 (15:05) Schlagworte: EN,Lesebuch ::

Talkshows

“Kommunikationsverdichtung führt … zu … Hypernervosität. … Die Auswahl der Gesprächspartner dieser Talkshows [sorgt] dafür … dass am Schluss ‘alle Fragen offen’ bleiben. Wo das Abendgebet einst beruhigend wirkte und die Sorgen vertreiben sollte, haben die politischen Talkshows den gegenteiligen Effekt – … Man muss sich Sorgen machen, so die Grundbotschaft der Talkshows.”

aus; Herfried Münkler: Die Zukunft der Demokratie. Wien: Brandstätter 2022, S. 141/142.

01/23

24/01/2023 (14:32) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Individualism 2

[DE]

“… I came across these words of Jewish philosopher Rabbi Abraham Joshua Heschel: ‘I would say about individuals, an individual dies when he ceases to be surprised. I am surprised every morning that I see the sunshine again. When I see an act of evil, I am not accommodated. I don’t accommodate myself to the violence that goes on everywhere; I’m still surprised. That’s why I’m against it, why I can hope against it. We must learn how to be surprised, not to adjust ourselves.’ …

I have no idea how to realise that. Be surprised. Don’t accommodate yourself to evil. Show solidarity, grow. And yet: Live, enjoy life. Find your own way …”

aus: Kübra Gümüsay: Sprache und Sein. München: btb 2021 (Originalausgabe 2020), S.93/94, Zitat im Zitat aus Krista Tippett interviewing Arnold Eisen: The Opposite of Good Is Indifference. On Being 2008/2017, im Internet.

01/23

24/01/2023 (13:42) Schlagworte: EN,Lesebuch ::

Individualismus 2

[EN]

“… Bis ich zufällig diese Worte des jüdischen Philosophen Rabbi Abraham Joshua Heschel lese: ‘Ich würde über Individuen sagen, dass ein Individuum stirbt, wenn es aufhört, überrascht zu sein. Ich bin jeden Morgen aufs Neue überrascht, wenn die Sonne scheint. Wenn ich eine böse Tat sehe, bin ich nicht indifferent. Ich gewöhne mich nicht an die Gewalt, der ich begegne; ich bin immer noch von ihr überrascht. Deshalb bin ich dagegen, deshalb kann ich ihr meine Haltung entgegensetzen. Wir müssen lernen, überrascht zu sein, uns nicht anzupassen.’ …

Ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll. Überrascht sein. Sich nicht an Unrecht gewöhnen. Solidarisch bleiben, wachsen. Und trotzdem: Leben. Freude am Leben haben. Den eigenen Weg gehen.”

aus: Kübra Gümüsay: Sprache und Sein. München: btb 2021 (Originalausgabe 2020), S.93/94.

01/23

24/01/2023 (13:39) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Sprachlos

“In den 1960er Jahren war der Begriff ‘sexuelle Belästigung’ in den USA noch nicht weit verbreitet, es existierte keine gesellschaftliche Übereinkunft darüber, was er beschreibt. … Der belästigende Chef war sich keiner Schuld bewusst und profitierte vom fehlenden Verständnis, während die belästigte Angestellte weder das Geschehene benennen noch Maßnahmen ergreifen konnte, um sich künftig zu schützen. Ihre Erfahrung war nicht existent.”

aus: Kübra Gümüsay: Sprache und Sein. München: btb 2021 (Originalausgabe 2020), S.46.

01/23

24/01/2023 (13:27) Schlagworte: DE,Lesebuch ::
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