MALTE WOYDT

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Weißsein

“Wie soll ich white privilege definieren? Es ist so schwierig, eine Leerstelle zu beschreiben, etwas, das abwesend ist. Und white privilege ist die Abwesenheit der negativen Folgen von Rassismus. …

White privilege ist die Tatsache, dass deine Hautfarbe, wenn du weiß bist, den Verlauf deines Lebens mit großer Sicherheit positiv beeinflussen wird. Und du wirst es wahrscheinlich nicht einmal bemerken. …

Das Konzept von white privilege zwingt Weiße, die nicht aktiv rassistisch sind, sich mit ihrer eigenen Komplizenschaft bei der Aufrechterhaltung seiner Existenz zu konfrontieren. White privilege ist stumpfsinnige, zermürbende Selbstgefälligkeit. Sie steht für eine Welt, in der drastische Ungleichheit aufgrund der Hautfarbe die Norm ist, die mit einem Schulterzucken abgetan wird. …

White privilege manifestiert sich in allen und niemandem. Jeder ist Komplize, aber keiner will die Verantwortung übernehmen. Es infrage zu stellen kann reale soziale Folgen haben. Weil es eine vielköpfige Hydra ist, muss man vorsichtig sein, welchen Weißen man vertraut, wenn es zu einer Diskussion über Hautfarbe und Rassismus kommt. …

Man weiß nie, wann sich ein Gespräch über Rassismus und Hautfarbe in eine Diskussion verwandelt, bei der man um die eigene körperliche Unversehrtheit und soziale Position fürchten muss.

White privilege ist eine manipulative, luftundurchlässige Decke der Macht, die wie Schnee alles bedeckt, was wir kennen. Es ist brutal und erdrückend und nötigt dazu, aus Angst, geliebte Menschen, den Job oder die Wohnung zu verlieren, nichts zu sagen. Es jagt dir Angst ein, bis du verstummst …

White privilege ist die perverse Situation, dass du dich mit offen rassistischen, rechten Extremisten wohler fühlst, weil du dann wenigstens weißt, woran du bist; die Grenzen sind klar.

Heimtücke ist viel schwieriger. Du lernst, mit ihr zu rechnen, aber du lernst nie, dich damit abzufinden. Du lernst, vorsichtig zu streiten, weil dich die Leute sonst für grundlos zornig halten. Für eine Unruhestifterin, die ernst zu nehmen sich nicht lohnt, eine zornige schwarze Frau, besessen vom Thema Hautfarbe.”

aus: Reni Eddo-Lodge: Ausgeschlossen vom Menschsein, ZEIT Online, 27.1.19, im Internet.

01/19

27/01/2019 (20:34) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Privatisiert

“Das Private ist politisch. Das ist heute kein Slogan mehr, sondern eine Tautologie. Es müsste vielmehr heißen: Das Politische ist privatisiert. Zwar wird immer noch demonstriert oder im Gespräch mit der Nachbarin über „die da oben“ geschimpft. Aber die Menschen sind gefangen in der Vorstellung, auf sich allein gestellt zu sein. … allen ist gemeinsam, dass sie sich zwar über Bezahlung, prekäre Bedingungen oder Stress im Job beschweren, das alles aber gleichzeitig irgendwie hinzunehmen scheinen. Die Verzweiflung wird oft zynisch weggelächelt oder man gibt sich selbst die Schuld. Selten wird die persönliche Misere als Indikator für den Zustand der Gesellschaft verstanden.

Dabei hatte doch der anfangs zitierte 68er-Aphorismus dazu beitragen wollen, die Probleme des Individuums mit der Gesellschaft zu verschalten. Die größte Errungenschaft dieser Bewegung war es, die Gesellschaft als Kategorie ins Bewusstsein zu holen und den verrückten, abweichenden, sexuell befreiten Menschen nicht als Solitär, sondern als ein mit anderen verbundenes Wesen zu verstehen.

Dieser Gedanke aber scheint immer weniger anschlussfähig. … Wir leben in einer Welt, für die der Satz Margaret Thatchers immer noch gilt: ‘Es gibt keine Gesellschaft, nur Individuen.’

Die deutsche Gesellschaft hat sich spätestens seit der Agenda 2010 mit ihren Kernzielen Senkung der Lohnnebenkosten, Flexibilisierung der Arbeit, massive Kürzung staatlicher Leistungen in ein Regime der individuellen Autonomie, persönlichen Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung entwickelt. Wir sind immer mehr auf uns selbst zurückgeworfen. …

War die Hinwendung zum Eigenen mal ein Versprechen auf Selbstbefreiung, ist es heute geradezu ein Muss, sich selbst zu sein. Die Sozialen Medien machen uns zu hypernervösen Kuratoren der eigenen Identität …

Jener Individualismus ist mehr als ein Kollateralschaden aus den Konflikten der wilden Siebziger, er ist auch die perfekte Voraussetzung für eine Umwelt, die davon profitiert, dass Menschen sich als Einzelkämpfer verstehen. Das spiegelt sich wiederum in einer Wettbewerbskultur, die einen neurotischen Individualismus produziert …, ein ständiges Konkurrenzgefühl.

Das Politische wird damit weniger zur Frage des Ichs, das sich zum Wir öffnet, sondern eine des Ichs, das sich um sich selbst dreht. So könnte in der Privatisierung des Politischen auch eine der Ursachen dafür liegen, dass sich große Teile der Bevölkerung nicht mehr ‘angesprochen’ fühlen oder sie aus Frust antiliberale rechtspopulistische Parteien wählen. …

Gewiefte Demagogen haben dieses Wir-Vakuum erkannt und arbeiten emsig daran, die individuell erfahrene Ohnmacht in kollektive, fremdenfeindliche Machtfantasien zu bündeln. Dass dies in einer Zeit passiert, in der Öffentlichkeit als Raum, der verhindert, dass Menschen „gleichsam über- und ineinanderfallen“, wie die Philosophin Hannah Arendt schrieb, einer zunehmenden Erosion öffentlicher Institutionen zum Opfer fällt, scheint nicht zu verwundern. Denn die Öffentlichkeit kommt heute eher zu uns als wir zu ihr. Wir sitzen zwar alleine am Schreibtisch, sind aber zugleich „connectet“.

Jenes vernetzte Einsiedlertum zeigt sich auch in einem auseinanderdriftenden Alltagswissen. Stehen in Zeitungen als Organ politischer Willensbildung noch relativ ähnliche Inhalte über den Ist-Zustand der Welt, sehen die Timelines … alle unterschiedlich aus. Auf kuriose Weise hat sich das bei den Demos der Gelbwesten in Paris gezeigt. Dort haben sich Millionen Menschen aus ihrer Vereinzelung bewegt, doch eint sie oft nicht mehr als das Symbol, das sie tragen. … Aufrufe auf Facebook haben sie mobilisiert, doch ihre Begründungen sind sehr unterschiedlich, weil die Filterblasen allen die passenden Erklärungen liefern.

Und jetzt? Um das Politische wieder zu sozialisieren, wäre viel gewonnen, wenn die neoliberale Fiktion überwunden werden würde, nach der wir auf uns alleine gestellt sind. Menschen sind keine atomisierten, sondern molekulare, also miteinander verbundene Wesen. …

Großes Potenzial birgt neben der Klassen- auch die Mietfrage, die in Großstädten zur existenziellen Bedrohung wird. … Hier könnte das alte, eigentlich nichtliberale Phänomen der Solidarität helfen. … Ohne Ich gibt es keine Gemeinschaft, aber ohne Wir keine Gesellschaft.”

aus: Philipp Rhensius: Das Politische ist privatisiert. taz online, 6.1.19, im Internet.

01/19

09/01/2019 (2:29) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Elite

“Er zijn reservaten van homogeniteit gecreëerd, en de inwoners daarvan maken zichzelf wijs dat ze in de werkelijkheid leven. En iedereen die in het reservaat van de dialect sprekende, blanke Vlaming uit de toon valt, wordt als een ‘wereldvreemde, vijandige kosmopoliet’ beschouwd.

Wie zich vandaag wereldburger durft noemen, wordt op sociale media afgemaakt.

Die haat is inderdaad erg fel. Door de rechte propaganda zijn we nu op een bizar punt aanbeland waarop een schrijver zoals Jeroen Oylslaegers elitair wordt genoemd en een ondernemer zoals Fernand Huts een rebel. Er is dus een werkelijkheid gecreëerd die niet bestáát. … De meest gepamperde burger is de rechts-populistische kwezel. Laten we daar toch niet te veel eieren meer onder leggen. Iedereen praat hem naar de mond.”

aus: (Interview met) Tom Lanoye (en Koen Vanmechelen): Als we ons niet snel als migranten gaan gedragen, kunnen we het schudden. Knack 21.3.18, S.73.

12/18

 

21/12/2018 (18:26) Schlagworte: Lesebuch,NL ::

Spenden

“Wenn Arme und Hungernde betroffen sind, bitten die Regierungen um Spenden. Bei Bankenrettung bittet niemand um Spenden. Da werden Steuergelder verwendet.”

aus. Mely Kiyak: Briefe an die Nation und andere Ungeriemtheiten. Frankfurt(Main): Fischer 2013, S.208 (ursprünglich vom 23.7.2011).

12/18

12/12/2018 (11:07) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Haltung

“Mein Bedürfnis, mich … zu positionieren, ist längst erloschen. Ebenso mein Wunsch, ‘Farbe zu bekennen’. Jetzt noch mutig sein und aussprechen, was ohnehin für jedermann sichtbar ist? … Ich bin weder bestürzt noch empört. Nicht mehr. Jegliches Gefühl des Entsetzens hat sich längst abgenutzt. …

Ich bin … durch eine Phase tiefen Grolls gegangen, eine Phase, die zugleich geprägt war von der Lust auf Widerspruch. ….. Zehn Jahre lang, Woche für Woche … meinte ich, durch meine Tätigkeit als politische Kommentatorin unmittelbaren Einfluß auf den Meinungsbildungsprozeß nehmen zu müssen. …

Langsam stellte sich aber heraus, dass die Dynamik des Rechtsrucks gerade aus diesem Reaktionsmuster erwächst. … Schweigt man, käme es einer Duldung gleich. Wenn man aber reagiert, hat man das Spiel in Kenntnis der Methode mitgespielt. Wie also Einspruch erheben? Der Schlüssel ist, die Methode Widerspruch ohne Konsequenz in Widerspruch durch Konsequenz zu ändern. …

All denen, die meinen, mit Haltung in Form von permanentem, rhetorischen Widerstand gegen Demokratiefeinde auf der Gewinnerseite zu stehen, sei gesagt: Vergesst es! Indem wir uns ständig mit ihnen beschäftigen und versuchen, sie zu integrieren, sorgen wir nicht dafür, dass sie klüger und offener werden. Sie wollen uns zermürben. … Sie arbeiten seit Jahrzehnten unermüdlich und stzrategisch an der Umsetzung ihrer Ideen. … Sie wollen, dass wir aufhören, selbstständig zu denken. Zu träumen. Sie wollen, dass wir ein schlechtes Gewissen bekommen, weil wir lieben, statt zu hassen. … Kurz: Sie wollen, dass wir genauso abgestumpfte Idioten werden wie sie. …

Alles, was ich über das Menschssein weiß, verdanke ich letztlich einer Handvoll Leute. … Die Haltung, die ihrem Handeln zugrunde liegt, ist wie ein Licht. Es beleuchtet ihr Tun, wo sie auch stehen, wo sie auch gehen. Zufall oder nicht: Sie teilen eine Charaktereigenschaft, die sie für mich erhaben und würdevoll strahlen lässt – sie sind großzügig und zurückhaltend. …

Was … ist Haltung? Inwiefern unterscheidet sie sich von Meinung und Gesinnung? … Für Aristoteles handelte es sich bei Haltung um Tugenden, die durch Erziehung und Gewöhnung angeeignet werden. … Man handelt aus Grundüberzeugungen, die man Haltung nennt und die sich auf unser Denken, Fühlen und Handeln auswirken. …

In dem, was ich über Haltung las, ging es häufig darum, wie man etwas tut oder warum man etwas tut. Ich glaube aber, dass leben an sich auch schon eine Haltung darstellt. … Man stelle sich eine Gruppe von Menschen vor, die einen Kollegen mobben. … Alle machen mit … bis auf einen. Er stellt sich weder schützend vor das Opfer, noch greift er anderweitig ein. … Ja vielleicht ist er sogar ein armseliges, feiges Würstchen. Dennoch hat auch dieses Würstchen für sich eine Grenze definiert: Er will nicht Teil einer Gruppe sein, deren Verhalten er falsch findet … vielleicht zieht er sich auch nur intuitiv zurück. Trotzdem beweist er Haltung, indem er eine Entscheidung trifft, nämlich die, nicht mitzumachen. Damit hat er bei aller Schwäche dutzendfach mehr Rückgrat bewiesen als die ganze Abteilung. …

Ich wünsche Mut zum Leisesein.”

aus: Mely Kiyak: Haltung. Berlin: Duden 2018.

12/18

 

12/12/2018 (10:03) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Rassismus 3

Deutsche beschweren sich regelmäßig über einen angeblich übermäßigen Gebrauch des Wortes “Rassismus“. Deutsche gebrauchen den Begriff weniger schnell als Engländer, oder Franzosen. Das ist wie mit den Eskimos. Die Eskimos haben offenbar 20 verschiedene Worte für Schnee, sie sind echte Experten in Schnee. Die Deutschen haben dann halt 20 verschiedene Worte für Rassismus.

12/18

12/12/2018 (2:20) Schlagworte: DE,Notizbuch ::

Mittelstandsgesellschaft

“Die “nivellierte Mittelstandsgesellschaft”, in der sich unter einem guten Leben alle das vorstellen, was ARD und ZDF im Vorabendprogramm zeigen, gibt es nicht mehr. Kulturell ist sie von der Globalisierung erledigt worden. Ökonomisch wurde sie von einer Politik zerquetscht, die Friedrich Merz immer favorisiert hat.”

Tobias Haberkorn: Der Mentalitätsmittelschichtler, ZEIT Online 18.11.18, im Internet

11/18

18/11/2018 (19:14) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Anti-westernisme

 [EN]

“Veel Aziatische intellectuelen … ontpopten zich tot de meest eloquente – en eerste – critici van de moderniteit. … Met hun antimoderne sensibiliteit … liepen ze voor op de denkers in Europa, die zich door de ongekend bloedige Eerste Wereldoorlog genoodzaakt zagen hun negentiende-eeuwse geloof in een in toenemende mate nationale wereld te herzien. … De autochtone elite[s] omhelsde[n] bijna zonder uitzondering Europese principes als nationalisme en burgerpatriottisme om het Westen te verslaan (of er ten minste mee op gelijke hoogte te komen) in wat een darwinistische strijd om de toekomst leek. …

Verzet tegen het Westen vereiste … onmiddelijke adaptie aan westerse ideeën betreffende het organizeren van staat en de samenleving. … Er was één westers idee dat zowel voor islamitische als communistische anti-imperialisten onweerstaanbaar blek …: de instellingen en praktijken van de natiestaat: duidelijke grenzen, deugdelijk bestuur, een loyale ambtenarij, een stelsel van rechten ter bescherming van de burgers, snelle economische groei door middel van industrieel kapitalisme of socialisme, programma’s ter alfabetisering van het volk, technische kennis en de ontwikkeling van een samenhorigheidsgevoel binnen de nationale gemeenschap. … Na 1945 onstonden in nog geen twintig jaar tijd ruim vijftig nieuwe staten met een nieuwe naam, nieuwe grenzen en een nieuwe munteenheid. …

Maar de overgang van het uiten van kritiek op buitenlandse bestuurders en het organiseren van volksbewegingen naar het creeëren van een stabiele basis voor zelfbeschikking verliep allerminst soepel. … Het geïmporteerde ideologische zelotisme van de Koude Oorlog vergrootte in veel landen de politieke spanningen, bijvoorbeeld in Pakistan en Indonesië. In Kasjmir, Atjeh, Oost-Pakistan, Tibet en Sri Lanka ontstonden afscheidingsbewegingen. …

We zien nu dat het onverkort overnemen van westerse ideologieën (Chinees communisme, Japans imperialisme) niet werkte. Pogingen om een synthese te bewerkstelligen (parlementaire democratie in India, een seculiere staat in het islamitische Turkije, staatskapitalisme in China) waren succesvoller, en geweldadig verzet tegen het Westen in de vorm van de Islamitische Revolutie in Iran en islamistische bewegingen is tot nu toe een onuitroeibaar fenomeen gebleken.

Veel nieuwe naties, zoals Pakistan, wisten zich niet te herstellen van hun geboortetrauma’s. … Een jaar na de Arabische lente [dreigen] in grote delen van de Arabische wereld … chaos en onzekerheid, Maar de betovering van de westerse macht is eindelijk gebroken. … Het gevoel van vernedering waaronder verscheidende generaties Aziaten gebukt gingen is sterk verminderd. …

Dit succes verhult echter een groot intellectueel gebrek dat diepgaande consequenties heeft voor de wereld van nu en de nabije toekomst: er bestaat vandaag de dag geen overtuigend universeel antwoord op de politieke en economische ideeën van het Westen. … Gandhi, de strengste criticus van deze ideeën, is vandaag de dag een vergeten figuur in India. Het marxisme-leninisme is in diskrediet geraakt en … China‘s ethisch-politieke en sociaaleconomische erfgoed nog altijd grotendeels niet nader onderzocht. …

De ‘Bejing-Consensus’ is nog minder universeel toepasbaar dan de tegenhanger uit Washington; het heeft er verdacht veel van we dat het slechts een cynisch economisch argument is voor het ontbreken van politieke vrijheid. …

De eerste Aziatische intellectuelen zochten houvast bij Europese ideeën. … Europa deed er honderden jaren over om het idee van een soevereine natiestaat te ontwikkelen en implementeren, maar stortte zich vervolgens in twee wereldoorlogen die een verschrikkelijke tol eisten van etnische en religieuze minderheden. …

Een groot deel van de ‘opkomende’ wereld staat op dit moment op het punt om op een grotere, onheilspellende schaal dezelfde pijnlijke en vaak tragische moderne ‘ontwikkelingen‘ door te maken als het Westen. in India en China heeft het ten koste van alles nastreven economische groei een protserige elite gecreëerd en de al onrustbarende sociale en economische ongelijkheid nog verder vergroot. … De ambities van de bevoorrechte minderheid [in China] gaan niet verder dan de gemakken en gadgets van de rijke consument in het Westen. … Een derde van de Indiërs [leeft] in grote armoede. Ruim de helft van de kinderen onder de vijf is ondervoed. …

Dit soort rampen … kunnen niet langer weggeredeneerd worden met verwijzing naar de ontwikkelingsgeschiedenis van Europa. … De hoop die het streven naar eindeloze economische groei voedt – dat miljarden consumenten in India en China zich op een dag dezelfde levensstijl kunnen permitteren als de Europeanen en Amerikanen – is net zo’n absurde en gevaarlijke fantasie als de hersenspinsels van Al-Qaida. Het milieu op aarde zal daardoor nog sneller dan al het geval is te gronde gaan en onder honderden miljoenen bezitlozen zullen reservoirs van nihilistische woede en teleurstelling ontstaan – het bittere resultaat van de wereldwijde triomf van de westerse moderniteit, waardoor de wraak van het Oosten iets ambigues en duisters krijgt en het feitelijk louter pyrrusoverwinningen zal blijken te hebben behaald.

aus:Pankaj Mishra: Op de ruïnes van het imperialisme. Amsterdam/Antwerpen: Atlas 2013, Nederlandse vertaling Jan Braks (Orig.-Ausg. 2012), S.376-386

04/18

26/09/2018 (19:09) Schlagworte: Lesebuch,NL ::

Anti-westernism

[NL]

“Many Asian intellectuals became some of the most eloquent – and earliest – critics of modernity. … With their anti-modern sensibility … they anticipated Europe‘s own thinkers, who were forced to re-examine their nineteenth-century belief in a progressively rational world by the slaughter of the First World War. … In fact, it was European principles of nationalism and civic patriotism that almost all native elites embraced in order to beat (or at least draw level with) the West in what seemed a Darwinian struggle for the future. …

Resistance to the West required [well] urgent adaptation to Western ideas of organizing state and society. … there was one Western idea in particular that proved irresitible to Muslim as well as Communist anti-imperialists …: the institutions and practices of the nation-state: clear boundaries, orderly government, a loyal bureaucracy, a code of rights to protect citizens, rapid economic growth through industrial capitalism or socialism, mass literacy programmes, technical knowledge and the development of a sense of common origins within a national community. … More than fifty new nation  with new names, borders and currencies appeared in just two decades after 1945. …

But the transition from criticizing foreign rule and instigating mass-movements to establishing a stable basis for self-determination proved to be very difficult. … The imported ideological passions of the Cold War aggravated political tensions in many countries, such as Pakistan and Indonesia. Separatist movements broke out in Kashmir, Aceh, East-Pakistan, Tibet and Sri Lanka. …

We can see that the seemingly wholesale adoption of Western ideologies (Chinese communism, Japanese imperialism) did not work. Attemps at syntheses (India’s parliamentary democracy, Muslim Turkey’s secular state, China’s state capitalism) were more successful, and violent rejections of the West in the form of Iran’s islamic Revolution and Islamist movements continue to have an afterlife.

Many new nations, such as Pakistan, never recovered from birthing traumas. … A year after the Arab Spring and the collapse of several pro-Western dictatorships, chaos and uncertainty may loom over a wide swathe of the Arab world for some years. But the spell of Western power has finally been broken. … The sense of humiliation that burdened several generations of Asians has greatly diminished. …

Yet this succes conceals with an immense intellectual failure, one that has profound ramifications for the world today and the near future. It is simply this: no convincingly universalist response exists today to Western ideas of politics and economy … Gandhi, their most rigourous critic, is a forgotten figure within India today. Marxism-Leninism lies discredited and … China‘s own legacy of ethical politics and socio-economic theory remains largely unexplored. …

The ‘Bejing Consensus’ has even less universal application than its Washington counterpart; it sounds suspiciously like merely a cynical economic argument for the lack of political freedom. …

The earliest Asian modern intellectuals were beholders to European ideas. … Europe itself took hundreds of years to develop and implement the concept of a sovereign nation-state, only to then plunge into two world wars that exacted a terrible toll from ethnic and religious minorities. …

Much of the ’emerging’ world now stands to repeat, on an ominously larger scale, the West’s own tortured and often tragic experience of modern ‘development‘. In India and China, the pursuit of economic growth a all costs has created a gaudy elite, but has also widened already alarming social and economic disparities … The privileged Chinese minority aspires to nothing higher than the conveniences and gadgets of their Western consumer counterparts … a third of Indians live in conditions of extreme poverty and deprivation. More than half of the children under the age of five in India are malnourished. …

The disasters … can no longer be explained away with reference to the logic of development as manifested in Europe’s history. … The hope, that fuels the pursuit of endless economic growth – that billions of consumers in India and China will one day enjoy the lifestile of Europeans and Americans – is as absurd and dangerous a fantasy as anything dreamt up by al-Quaeda. … It condems the global environment to early destruction, and looks set to create reservoirs of nihilistic rage and disappointment among hundreds of millions of have-nots – the bitter outcome of the universal triumph of Western modernity, which turns the revenge of the East into something darkly ambigous, and all its victories truly Pyrric.”

aus:Pankaj Mishra: From the ruins of Empire. London: Penguimn 2013 (Orig.-Ausg. 2012), S.302-310

04/18

25/09/2018 (22:44) Schlagworte: EN,Lesebuch ::

Brexit

“The rejection of the Chequers plan at Salzburg was no surprise .. The EU … knows it holds all the cards and recognises the danger of giving ground. Its priority is to accommodate Dublin, not London. It also concludes that a government so determined to leave must believe it can look after itself. Brussels has no reason or incentive to make any better offer.

The government has never understood the Brexit process and therefore has always botched it. It expects the EU to treat the UK both as an equally powerful third country, and as a member state still deserving the EU’s protection. It is neither.”

aus: Jonathan Lis: Don’t buy the Brexit hype: it’s a border in the Irish Sea or the customs union. The Guardian Online, 21.Sep.2018, im Internet

09/18

21/09/2018 (21:38) Schlagworte: EN,Lesebuch ::
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