MALTE WOYDT

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Geben und Nehmen

“Ich gebe – du gibst – er nimmt.

Die Nehmer bringen die Konjugationen durcheinander. Er – sie es gibt müßte es ja eigentlich weitergehen, aber: Er nimmt. Die Nehmer vermehren sich.

Unser Miteinanderleben soll ein ständiges Geben und Nehmen sein. Ich gebe ihr oder ihm mein Vertrauen, er oder sie nimmt es. …

Die Nehmer sind die eigentliche Bedrohung unseres Gemeinwesens. Sie nehmen Arbeit und diese damit anderen weg, sie nehmen Lohn und damit denen, die ihnen diesen geben, die Lust an der Innovation, die Motivation, damit die letzte Bindung an die Nation, denn wo das Geld winkt, kein Deutschlandlied erklingt. Die Spezies der Geber, die im Lande bleiben wollen, steht bereits unter dem Artenschutzgesetz.

Die großen deutschen Geldwaschstraßen, die Großbanken also, die in Frankfurt so herausragend die Skyline bestimmen, haben es schon sehr früh begriffen: Deutschland ist eine Eisscholle, man muß schauen, daß man auf das Festland kommt. Ohne Hilfe von Großbanken hätte es die großen Finanzskandale nie gegeben. Ja, geben, Kredite geben, Vertrauen schenken. Banken sind, wenn man ihrer Werbung glaubt, besser als Mutter Theresa. Denn Mutter Theresa will ja, daß die Menschen, um die sie sich kümmert, gesund werden, was rücksichtslos ist, denn dann müssen sie ja wieder von vorn … Die Banken handeln viel humaner und erledigen die Leute absolut. Sterbehilfe auf nette Art.

Banken haben es mit einer gefährlichen Art von Menschen zu tun, die das Geldwesen nicht versteht und trotzdem mehr aus dem Geld machen will, das ihr gar nicht gehört. Der Bank gehört es auch nicht. Und genau das vermitteln die, die eine Bank betreiben, nicht.

Der Banker gibt mir ein Geld, das ihm gar nicht gehört. Ich schieße ihm erst mal Geld vor, damit er mir Geld gibt. Sein Entschluß, mir Geld geben zu sollen, basiert auf seinem ‘Gesamturteil’, das er von mir gewonnen hat. Ich mußte ihm sagen, was ich mit seinem Geld, das gar nicht seins ist, machen will, während er mit meinem Geld, das nicht mehr meines ist, Gewinne machen will, die nicht meine sind. Zwischendurch hat er mich ausspionieren lassen, was ich denn für ein Typ bin, wann ich nach Hause komme, mit wem ich zusammenlebe, welchen Einfluß eine sie auf mich ausübt, könnte ja auch ein Er sein, was die Sache sofort komplizierter machen würde, wie ich Auto fahre, was ich und wieviel ich trinke, ob ich kreditrückzahlungsgefährdende Hobbys habe, was es mit meiner zukunftsgefährdenden Geundheit auf sich hat, denn ‘die Nachbarn haben ihn seltsam husten hören’. Ja. Geld nehmen, das einem nicht gehört, erfordert eine Bereitschaft, sich ausforschen zu lassen.

Wer etwas nehmen will, muß alles geben. Und wenn er Pech hat, landet er unter der Brücke und die Bank hat seine Eigentumswohnung. …”

aus: Dieter Hildebrandt: Gedächtnis auf Rädern, München: Goldmann 1999 (Orig.-Ausg. 1997), S. 93-94.

12/11

03/01/2012 (12:57) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Höflichkeit

“… In ihrer Gesellschaft wurde ich gewahr, daß echte Höflichkeit – einzige Möglichkeit menschlichen Zusammenlebens – anders und komplizierter ist, als ich es daheim und in den Erziehungseinrichtungen gelehrt worden war. Die ‘Disziplin‘, an die man mich als Kind gewöhnt hatte, war primitiv; die Schauspielerin bemühte sich mit ihren schönen und leichten Händen, den Zwang dieser primitiven Disziplin zu lösen. Sie lehrte mich, wahre Höflichkeit sei es nicht, wenn wir ein Rendezvous, zu dem wir keine Lust haben, auf die Minute einhalten; es sei höflicher, wenn wir die Möglichkeiten zu einem unangenehmen Rendezvous erbarmungslos im Keim ersticken. Sie lehrte mich, daß wir ohne Erbarmungslosigkeit niemals frei sein können und unseren Gefährten ewig zur Last fallen werden. Sie lehrte mich auch, daß man wohl grob, aber niemals unhöflich sein darf; man darf jemanden ins Gesicht schlagen, aber man darf ihn nicht langweilen; und eine Unhöflichkeit ist es, Zuneigung zu mimen, wo man von uns viel weniger erwartet.”

aus: Sándor Márai: Bekenntnisse eines Bürgers. Aus dem Ungarischen von Hans Skirecki. München: Piper 2000, (ungarische Originalausgabe 1934), S. 282/283.

12/11

13/12/2011 (14:41) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Ordnung 2

“Ich war überzeugt, Deutschland sei sie klassische Heimat exemplarischer Ordnung; wie ich es zu hause und in der Schule gelernt hatte. In der Tat, was für eine Ordnung überall herrschte, in den Museen, auf den Bahnhöfen und auch in den Privatwohnungen! Nur in den Seelen, den deutschen Seelen, herrschte keine ‘Ordnung’; in denen war es dunkel, wogte Nebel, der Nebel blutiger und nicht gerächter, nicht gesühnter Mythen. … Und als ich nach Frankreich kam, graute mir vor der allgemeinen Unordnung. Es dauerte Jahre, bis ich lernte, was ‘Ordnung’ ist – es dauerte Jahre, bis ich begriff, daß bei den Franzosen der Müll tatsächlich unter die Möbel gekehrt wird, aber strahlende Ordnung und hygienische Klarheit in den Hirnen herrscht.”

aus: Sándor Márai: Bekenntnisse eines Bürgers. Aus dem Ungarischen von Hans Skirecki. München: Piper 2000, (ungarische Originalausgabe 1934), S. 274.

Abb.: Klaus Staeck: Ordnung muß sein, 1987, Edition Staeck, im Internet.

12/11

13/12/2011 (13:50) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Pflicht

“Ich verhielt mich jedenfalls wie ein Kind, das unverhofft ein riesiges Spielzimmer geschenkt bekommen hat. Dieses Spielzimmer mit einem turmhohen Haufen erlesener und erregender Spielsachen in jeder Ecke war die Welt. Beim Spielen – das Reisen, der Umgang mit Menschen, dies alles enthielt für mich etwas Spielerisches – beschlich mich zuweilen ein sonderbares, fast schmerzliches Verantwortungsgefühl. Ich war in einer Angst befangen, als ließe ich mir absichtlich einen lebenswichtigen Auftrag entgehen. Ich hatte unheimlich viel zu tun, nur wußte ich nicht, wo ich den Anfang machen sollte. Es dauert lange, bis man lernt, daß man eigentlich nichts zu tun hat; und dann fängt man meistens endlich irgendwo an.”

aus: Sándor Márai: Bekenntnisse eines Bürgers. Aus dem Ungarischen von Hans Skirecki. München: Piper 2000, (ungarische Originalausgabe 1934), S. 235.

12/11

13/12/2011 (12:38) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Vorfahren

“Ich begebe mich unter Tote, ich muß leise sprechen. Einige dieser Toten sind tot für mich, andere leben in meinen Handbewegungen, meiner Kopfform, wie ich Zigaretten rauche und Liebe mache, gleichsam in ihrem Auftrag esse ich bestimmte Speisen. Sie sind viele. Der Mensch fühlt sich lange allein unter den Menschen; eines Tages gelangt er in die Gesellschaft seiner Toten und bemerkt ihre ständige, taktvolle Gegenwart. Sie trüben kaum ein Wässerchen. Ich fing spät an, mit der Familie meiner Mutter in Verwandtschaft zu leben; eines Tages hörte ich ihre Stimme, als ich sprach, sah ich ihre Gesten, als ich grüßte, das Glas hob. Die ‘Individualität‘, das wenige was der Mensch als Neues seinem Selbst hinzufügt, ist verschwindend gering neben dem Erbe, das uns die Toten hinterlassen. Menschen, die ich nie gesehen habe, leben und schöpfen, erregen, sehnen und fürchten sich in mir weiter. Mein Gesicht ist das Abbild meines Großvaters mütterlicherseits, meine Hände habe ich von Vaters Familie, mein Temperament aus Mutters Verwandtschaft geerbt. In bestimmten Augenblicken, wenn ich beleidigt werde oder rasch entscheiden muß, denke und sage ich wahrscheinlich wortwörtlich, was mein Großvater in der mährischen Mühle vor siebzig Jahren dachte und sagte.

… [Das Portrait meines Großvaters] hängt in meinem Zimmer an der Wand, ich sehe ihm verblüffend ähnlich. Auch mein Gesicht wirkt genießerisch, weich und fleischig, die Lippen meines sinnlichen Mundes hängen, und ließe ich mir einen Vollbart wachsen, wäre ich ein Double des Fremden, der mich vom Foto anstarrt. Von ihm habe ich die Wanderlust geerbt, meine Sensibilität, meine slawische Ruhelosigkeit und meine Zweifel. Dieser fremde Mensch lebt kraftvoll in mir weiter. Wahrscheinlich erbt man von seinen Vorfahren nicht nur die Statur; wie ich seinen Mund, seine Stirn, seine Augen und seine Kopfform trage, so leben in mir auch seine Bewegungen, sein Lachen, seine lüsternen Neigungen, eine gewisse Laxheit und Hochnäsigkeit. Auch ich trage die Buchhaltung meines Lebens und meiner Angelegenheiten mit Vorliebe in den Taschen herum. Aber es lebt in mir noch ein anderer Großvater, der strenger, finsterer und pedantischer ist, er ist ebenfalls früh gestorben, ich habe ihn nie gekannt. Diese Fremden, mit denen ich leben muß, lassen mich – denjenigen, den ich tastend und mit Mühe aus mir gedrechselt habe – selten zu Wort kommen…”

aus: Sándor Márai: Bekenntnisse eines Bürgers 1, Berlin/St. Petersburg: Oberbaum 2000 (leicht gekürzte Fassung; ungarische Originalausg. 1934).

12/11

11/12/2011 (1:02) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Technocrats

(NL)

“There’s a word I keep hearing lately: “technocrat.” Sometimes it’s used as a term of scorn – the creators of the euro, we’re told, were technocrats who failed to take human and cultural factors into account. Sometimes it’s a term of praise: The newly installed prime ministers of Greece and Italy are described as technocrats who will rise above politics and do what needs to be done.

I call foul. I know from technocrats; sometimes I even play one myself. And these people – the people who bullied Europe into adopting a common currency, the people who are bullying both Europe and the United States into austerity aren’t technocrats. They are, instead, deeply impractical romantics.

They are, to be sure, a peculiarly boring breed of romantic, speaking in turgid prose rather than poetry. And the things they demand on behalf of their romantic visions are often cruel, involving huge sacrifices from ordinary workers and families. But the fact remains that those visions are driven by dreams about the way things should be rather than by a cool assessment of the way things really are.

And to save the world economy we must topple these dangerous romantics from their pedestals. …

So why did those “technocrats” push so hard for the euro, disregarding many warnings from economists? Partly it was the dream of European unification, which the Continent’s elite found so alluring that its members waved away practical objections. And partly it was a leap of economic faith, the hope – driven by the will to believe, despite vast evidence to the contrary – that everything would work out as long as nations practiced the Victorian virtues of price stability and fiscal prudence.

Sad to say, things did not work out as promised. But rather than adjusting to reality, those supposed technocrats just doubled down – insisting, for example, that Greece could avoid default through savage austerity, when anyone who actually did the math knew better. …

But our discourse is being badly distorted by ideologues and wishful thinkers – boring, cruel romantics – pretending to be technocrats. And it’s time to puncture their pretensions.”

aus: Paul Krugman: Eurozone crisis: To save Europe, topple the ‘technocrats’, New York Times Nov 21, 2011 (Internetquelle)

11/11

30/11/2011 (20:53) Schlagworte: EN,Lesebuch ::

“technocraten”

(EN)

“Er is een woord dat ik tegenwoordig voortdurend hoor terugkomen: ‘technocraat”. Soms wordt het gebruikt om een soort minachting uit te drukken: de scheppers van de euro, wordt ons gezegd, waren technocraten die geen rekening hielden met menselijke en culturele factoren. Soms wordt het in positieve zin gebruikt: de nieuwe premiers van Griekenland en Italië zijn technocraten die de politiek overstijgen en zullen doen wat moet gebeuren.

Niet mee eens. Ik weet iets over technocraten, soms speel ik zelf de rol. En deze mensen – de mensen die Europa een eenheidsmunt opdrongen, de mensen die Europa en de Verenigde Staten besparingsmaatregelen opdringen – zijn geen technocraten. Integendeel: het zijn verschrikkelijk onpraktische romantici.

Bovendien zijn ze een heel saaie soort romantici, die veeleer in bombastisch proza dan in poëzie praten. En de dingen die ze eisen vanuit hun romantische visioenen zijn vaak wreed, want ze vragen enorme offers van gewone werkmensen en hun gezinnen. Maar het blijft een feit dat die visioenen ontstaan door wensdromen en niet door een koele inschatting van de werkelijke situatie.

En om de wereldeconomie te redden moeten we die gevaarlijke romantici van hun voetstuk duwen.

… Waarom drongen die ‘technocraten” dan zo hard aan op de invoering van de euro, ook al waarschuwden economisten voor de gevaren? Gedeeltelijk was dat de droom van de Europese eenmaking, die de Europese elite zo verleidelijk vond dat ze praktische bezwaren van de hand wees.

Gedeeltelijk was het een opflakkering van economisch geloof, de hoop – aangezwengeld door de wil om te geloven, tegen ampel bewijs van het tegendeel in – dat alles wel in orde zou komen als de naties de victoriaanse deugden van prijsstabiliteit en budgettaire voorzichtigheid toepasten.

Jammer genoeg draaiden de dingen anders uit dan beloofd. Maar in plaats van zich aan te passen aan de realiteit, staken die zogenaamde technocraten nog een tandje bij – door bijvoorbeeld te beweren dat Griekenland een faillissement kon vermijden door zwaar te besparen, terwijl iedereen die de berekening maakte beter wist. …

ons discours wordt enorm ontregeld door ideologen en wensdenkers – saaie, wrede romantici – die zich uitgeven voor technocraten. Het is tijd om dat imago te doorprikken.”

aus: Paul Krugman: Het zijn de dromers die Europa om zeep helpen, De Morgen, 22.11.2011, S.23

11/11

30/11/2011 (19:51) Schlagworte: Lesebuch,NL ::

überzeugen

“Ich werde es hoffentlich stets ablehnen, Menschen überzeugen zu wollen. Man kann nur versuchen, ihnen die Möglichkeiten zu zeigen, aus denen sie wählen können. Schon das ist anmaßend genug, denn wer kennt die Möglichkeiten, die der andere hat? Der andere ist nicht nur der Mitmensch, sondern auch der ganz andere, den man niemals erkennen kann. Außer man liebte ihn. Ich habe meine Kameraden nicht geliebt. Deshalb habe ich niemals den Versuch gemacht, sie zu überzeugen.”

aus: Alfred Andersch: Die Kirschen der Freiheit. München: List 1962, S.70.

11/11

29/11/2011 (10:05) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

sponsachtig

“Hij [Herodotos] hoort ongetwijfeld tot de kletsmeiers die op toehoorders jagen – ze moeten die hebben, anders verpieteren ze, ze kunnen niet zonder hen leven. Ze zijn een soort onvermoeibare en altijd opgewonden intermediairs: ze zien ergens iets, ze horen wat en moeten dat meteen aan de anderen doorgeven, ze kunnen het geen moment voor zich houden. Hierin zien ze hun missie, dat is hun passie. Erheen gaan, ernaartoe rijden, kennis ervan nemen en het meteen ook wereldkundig maken!

Zulke fanatiekelingen worden echter niet vaak geboren. Een doorsneemens is niet bijzonder geïnteresseerd in de wereld. Tja, hij leeft, dat is alles, en op een of andere manier moet hij dat zien klaar te spelen, hoe minder inspanning het kost des te beter. Terwijl verkennen van de wereld juist uitgaat van een grote inspanning die de mens geheel in beslag neemt. De meeste mensen ontwikkelen eerder tegenovergestelde vaardigheden, zoals: wel kijken maar niet zien, wel luisteren maar niet horen. Dus als er ooit zo iemand als Herodotos verschijnt, iemand die bezeten is van begeerte, gekte, een manie tot vergaren van kennis, die daarbij ook nog begiftigt is met wijsheid en schrijverstalent, dan maakt zo’n feit meteen deel uit van de wereldgeschiedenis!

Zulke individuen hebben één ding gemeen: ze zijn als onverzadigbare holtedieren, sponsachtige structuren die alles makkelijk absorberen en net zo makkelijk ook weer loslaten. Zelf houden ze niets lange tijd vast, en omdat de natuur het vacuum niet verdraagt, hebben ze altijd behoefte aan iets nieuws, ze moeten blijven absorberen, aanvullen, vermenigvuldigen, vergroten. Het brein van Herodotos kan zich niet beperken tot één gebeurtenis of één land. Er is iets dat hem blijft voortdringen, opjagen. Datgene wat hij vandaag heeft ontdekt, zal hem morgen niet meer boeien, hij moet alweer naar elders gaan, hij moet verder.”

aus: Ryszard Kapuściński: Reizen met Herodotos, Amsterdam/Antwerpen: Arbeiderspers 2005 [poln. Orig.-Ausg. 2004], S.256/257

09/11

06/10/2011 (23:36) Schlagworte: Lesebuch,NL ::

Provincialisme van de tijd

“Ik vreesde dat ik in de val van het provincialisme zou kunnen belanden. het begrip provincialisme relateren we gewoonlijk aan ruimte. Iemand wiens denken zich beperkt tot een marginale ruimte waaraan hij een te grote, universele betekenis toeschrijft, is provinciaals. T.S. Eliot waarschuwt echter voor een ander soort provincialisme – niet met betrekking tot ruimte maar tot tijd. ‘In ons tijdperk,’ schreef hij in zijn uit 1944 daterende essay gewijd aan Vergilius – ‘als mensen meer dan ooit geneigd zijn wijsheid met kennis en kennis met informatie te verwarren, en wanneer ze levensproblemen met behulp van de techniek trachten op te lossen, ontstaat er een nieuwe variant van het provincialisme dat zonder twijfel om een andere naam vraagt. Het is geen provincialisme van de ruimte maar een provincialisme van de tijd; voor deze variant is de geschiedenis slechts een kroniek van menselijke uitvindingen die na hun diensttijd op de vuilnisbelt belandden; voor hem is de wereld het exclusieve eigendom van de levenden waar overledenen geen aandeel in hebben. Dat soort provincialisme brengt het gevaar met zich mee, dat wij allemaal, alle volkeren van onze planeet, provinciaal kunnen worden en dat diegenigen die dat niet bevalt slechts kluizenaars kunnen worden.”

aus: Ryszard Kapuściński: Reizen met Herodotos. Amsterdam/Antwerpen: Het Parool 2005 (poln.Ausg. 2004), S.261

09/11

30/09/2011 (23:14) Schlagworte: Lesebuch,NL ::
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