MALTE WOYDT

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Glück

“… bei Aristoteles [ist Glück] ein Selbstzweck, mit anderen Worten: das Streben nach einem Leben, das vor allem in der Erfahrung von Vollständigkeit und Autarkie besteht. …

Im Unterschied zu Platon erweist sich ‘Glück’ bei Aristoteles weniger als ein Ergebnis rhetorischer Einsicht, sondern als Ausdruck praktischer Lebensführung, die zudem nicht nur einigen wenigen, sondern vielen gemeinsam zukommt. …

… dadurch, daß Menschen danach streben, tugendsam zu leben, nicht aber, unmittelbar glücklich zu werden, wird die Erfahrung des Glücks wahrscheinlicher. …

Aristoteles … stellt … sich die Frage, ob man einen Menschen wirklich vor dem Ende seines Lebens glücklich preisen könne. … Man kann Aristoteles … so [lesen], daß zwar nicht jedes in irgendeiner Hinsicht mißlungene Leben im ganzen als unglücklich zu bezeichnen sei, wohl aber eine massive Kumulierung von Umständen die Erfahrung von Glück in aller Regel verhindere. …

Glücksgefühle und ein geglücktes Leben sind nicht miteinander identisch, und es ist alles andere als klar, daß ein geglücktes Leben eines ist, das durch eine Anhäufung von als glückhaft erlebten Augenblicken charakterisiert ist. Wohl aber können sich angesichts eines geglückten Lebens Glücksgefühle einstellen. Es empfiehlt sich daher in einem ersten Schritt, Gefühle unmittelbaren Glücks, also Affekte erster Ordnung, die spontan auftreten, von emotionalen Haltungen zweiter Ordnung, von reflexierten Gefühlen zu unterscheiden. …”

aus: Micha Brumlik: Bildung und Glück. Versuch einer Theorie der Tugenden. Berlin/Wien: philo 2002, S.117-119.

07/06

08/10/2007 (11:10) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

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