MALTE WOYDT

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Kulturen 1

“Kulturen sind Organismen. Weltgeschichte ist ihre Gesamtbiographie. Die ungeheure Geschichte der chinesischen oder antiken Kultur ist morphologisch das genaue Seitenstück zur Kleingeschichte des einzelnen Menschen, eines Tieres, eines Baumes oder einer Blume. Das ist für den faustischen Blick keine Forderung, sondern eine Erfahrung. … Im Schicksal der einzelnen, aufeinander folgenden, nebeneinander aufwachsenden, sich berührenden, überschattenden, erdrückenden Kulturen erschöpft sich der Gehalt aller Menschengeschichte. …

Ich unterscheide die Idee einer Kultur, den Inbegriff ihrer inneren Möglichkeiten, von ihrer sinnlichen Erscheinung im Bilde der Geschichte als der vollzogenen Verwirklichung. Es ist das Verhältnis der Seele zum lebenden Körper, ihrem Ausdruck inmitten der Lichtwelt unsrer Augen. Die Geschichte einer Kultur ist die fortschreitende Verwirklichung ihres Möglichen. Die Vollendung ist gleichbedeutend mit dem Ende. … Kultur ist das Urphänomen aller vergangenen und künftigen Weltgeschichte. …

Eine Kultur wird in dem Augenblick geboren, wo eine große Seele aus dem urseelenhaften Zustande ewig-kindlichen Menschentums erwacht, sich ablöst … Sie erblüht auf dem Boden einer genau abgrenzbaren Landschaft, an die sie pflanzenhaft gebunden bleibt. Eine Kultur stirbt, wenn diese Seele die volle Summe ihrer Möglichkeiten in der Gestalt von Völkern, Sprachen, Glaubenslehren, Künsten, Staaten, Wissenschaften verwirklicht hat und damit wieder ins Urseelentum zurückkehrt. … Ist das Ziel erreicht und die Idee, die ganze Fülle innerer Möglichkeiten vollendet und nach außen hin verwirklicht, so erstarrt die Kultur plötzlich, sie stirbt ab, ihr Blut gerinnt, ihre Kräfte brechen – sie wird zur Zivilisation.”

Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. München: Beck 1923, Bd.I, S.139-143.

Abb.: Arya Pandjalu: In Rice Paddy, 2012 (Synagoge, Mosque, Temple, Church), indoartnow, im Internet.

08/10/2007 (11:29) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Wars 1

“The more I puzzle over the great wars of history, the more I am inclined to the view that causes attributed to them – territory, markets, resources, the defence or perpetuation of great principles – were not the root causes at all but rather explanations or excuses for certain unfathomable drives of human nature. For lack of a clear and precise understanding of exactly what these motives are, I refer to them as the ‘arrogance of power‘ – as a psychological need that nations seem to have in order to prove that they are bigger, better, or stronger than other nations. Implicit in this drive is the assumption, even on the part of normally peaceful nations, that force is the ultimate proof of superiority – that when a nation shows that is has the stronger army, it is also proving that it has better people, better institutions, better principles, and, in general, a better civilisation.”

aus: J. William Fulbright: The Arrogance of Power. London: Cape 1967 (Am.Orig.-Ausg.1966), S.5.

Abb.: I Made Widya Diputra: Art of War, 2013, indoartnow, im Internet.

12/06

08/10/2007 (11:29) Schlagworte: EN,Lesebuch ::

Conversation

“Cette agréable légèreté, qui fait prononcer sur ce qu’on ignore, peut avoir de l’élégance quand on parle, mais non quand on écrit. Les Allemands ont le tort de mettre souvent dans la conversation ce qui ne convient qu’aux livres; les Français ont quelquefois aussi celui de mettre dans les livres ce qui ne convient qu’à la conversation …”

“Un Français sait encore parler, lors même qu’il n’a point d’idées ; un Allemand en a toujours dans sa tête un peu plus qu’il n’en saurait exprimer. …”

“Les Allemands … n’entendent pas un mot sans en tirer une conséquence, et ne conçoivent pas qu’on puisse traiter la parole en art libéral, qui n’a ni but ni résultat que le plaisir qu’on y trouve. …”

“Le talent de conter, l’un des grandes charmes de la conversation, est très rare en Allemagne; les auditeurs y sont trop complaisants, ils ne s’ennuient pas assez vite, et les conteurs, se fiant à la patience des auditeurs, s’établissent trop à leur aise dans les récits.”

aus: Mme. de Stael: De l’Allemagne. Bd.1, Paris: Garnier-Flammarion 1968, S. 47, 99, 103, 109 (Originalausgabe 1813)

08/05

08/10/2007 (11:28) Schlagworte: FR,Lesebuch ::

Legalität

“Der Wahlausgang bestimmt über die Verabschiedung der Gesetze, aber er darf keine Rolle spielen bei ihrer Anwendung (oder Nichtbeachtung). Würde dies (es geschieht allzuoft) zur zerstörerischen Grundnorm der Ordnung, würden damit jene Regierenden beim Werben um Wähler bevorzugt, … die zum Beispiel bereit sind, drakonische Gesetze zu erlassen und deren Nichtanwendung als Tauschware beim Stimmenfang zu benutzen; ein System von Duldung und Schweigen, das bis in die letzten Verästelungen des sozialen Gefüges reicht. …”

“Wenn ein Gesetz einmal verabschiedet ist, wird seine Anwendung gegenüber dem Einzelnen … faktisch verhandelbar. … Wo Regierungen die Illegalität faktischer Machtpositionen tolerieren (oder ermutigen), wird jede Opposition de facto vom politischen Leben ausgeschlossen. Sie hat dann keine Alternative mehr anzubieten …, weil das alles auf dem Papier längst existiert. Der Antrag, bestehende Vorschriften endlich durchzusetzen, gleicht der frustrierenden Arbeit des Sisyphos, wird zum Regreß ad infinitum. (Ein Gesetz zur Beachtung bestehender, aber unbeachteter Gesetze, die ein vorher erlassenes Gesetz einschärfen…)”

“Der konservative Intellektuelle weist völlig richtig darauf hin, daß sich in der Demokratie alles um die Spielregeln dreht. Er vergißt hinzuzufügen, daß das Spiel ohne Mogeln gespielt werden muß … Eine Politik, die Gewalt, Einschüchterung, Stimmenkauf, Korruption toleriert, ist selbst dann antidemokratisch, wenn es Mehrheiten gibt, die sie unterstützen. Sie degradiert die Prozeduren bis hin zur Fälschung und macht damit das Prinzip: one man one vote null und nichtig. …”

“Man könnte … behaupten, daß die Revolution die Legalität zwar nie geliebt hat, daß eine Politik der Legalität heute die radikalste aller möglichen Revolutionen wäre. …”

“Die Notwendigkeit einer radikalen, sich immer weiter ausbreitenden Veränderung der Kultur und des durchschnittlichen Verhaltens darf nicht als Alibi verstanden werden für eine angebliche generelle Mitschuld (Wir alle sind dabeigewesen, als Komplizen mindestens, wir haben alle die Korrupten gewählt, die eine oder andere Ungesetzlichkeit haben wir alle begangen, den einen oder anderen Vorteil angenommen: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein…) – dies wäre nur das Vorspiel zu einer Generalabsolution für die Verbrechen der Herrschenden.”

Legalität ist die Macht der Machtlosen.”

“Von einer … demokratischen Politik kann nur die Rede sein, wenn es wenig oder nichts, jedenfalls immer weniger gibt, was man für die Stimme eintauschen kann.”

“Die Werte von 1789 schienen, bis gestern, beinahe in erreichbare Nähe gerückt. Jedenfalls rhetorisch … Seitdem stellen sich Rechts und Links, im Hinblick auf ein universales Gemeinsames, nicht so sehr als zwei verschiedene Parteien, vielmehr als zwei verschiedene Verhaltensweisen dar, die der Heuchelei und die der Kohärenz. … Das Fazit mag für Intellektuelle enttäuschend sein: Es gibt nichts Neues zu sagen, aber es bleibt fast alles zu tun.”

aus: Paolo Flors d’Arcais: Die Linke und das Individuum. Ein politisches Pamphlet. Berlin: Wagenbach 1997 [Originalausg. der darin versammelten Texte 1989-1994], S.14, 15, 24, 49, 57, 62, 64, 67 [anders zusammengesetzt]

10/06

08/10/2007 (11:25) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Kleinbürger 1

“‘Kleinbürger bedeutet einen ganz bestimmten Habitus geistig-seelischen Verhaltens, ein Verhaltensmuster, das wir Spießer-Ideologie benennen. … Insgesamt ist der Kleinbürger medioker und provinziell, fanatisch und brutal, engstirnig und ressentimentgeladen, aber auch ‘feinsinnig’ und ‘innerlich‘. …

Auch bei der kleinbürgerlichen ‘Elite’ ist die Mittelmäßigkeit nicht Schein – etwa propagandistische Anpassung an das Volk -, sondern Sein … – den Vorwurf der Heuchelei wird man nur selten erheben können; Lüge, Gemeinheit und Verbrechen, verlogener ‘Kunstsinn‘ und die unheimliche ‘idyllische Innerlichkeit’ sind ganz ‘wahrhaftig’. …

Kleinbürgerliches Wesen und Verhalten [haben] bei anderen Nationen nie dieses Ausmaß wie in Deutschland angenommen. …

Hitler war ein Kleinbürger, umgeben von kleinbürgerlichen Paladinen. … Man hat die Meinung vertreten, Bedeutung und Einfluß von Hitlers ‘Mein Kampf’ dürften nicht hoch eingeschätzt werden, da das Buch zwar viel verbreitet, aber kaum gelesen wurde. Das mag stimmen; doch sollte man daraus eine zunächst paradox klingende Folgerung ziehen: das Buch war so erfolgreich, ohne daß es überhaupt noch gelesen werden mußte! Lebensgefühl und Weltanschauung eines Großteils der deutschen Bevölkerung stimmten mit dem überein, was in ‘Mein Kampf’ dargeboten und propagiert wurde. …

Hitler besaß die Genialität des Mittelmäßigen; seine Durchschnittlichkeit war überdurchschnittlich; so wurde seine Mediokrität zum Schicksal eines Volkes, das sich Schritt um Schritt von Theorie und Praxis der Humanität hatte abbringen lassen.”

aus: Hermann Glaser: Spießer-Ideologie. Freiburg i.Br.: Rombach 1964, S.11-17.

Abb.: Sigmar Polke: Schweineschlachten (Wir Kleinbürger), 1976, hier Hamburger Kunsthalle, im Internet.

08/10/2007 (11:24) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Kinder

“Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten Europas. … Deutschland schlägt mit 1,1 Kindern [pro Frau] den Rekord. Die Geburtenrate ist in Frankreich mit 1,9 Kindern auch niedrig, wenn man sie mit der vom Beginn des 20. Jahrhunderts vergleicht. Aber sie ist eine der höchsten in den westlichen Ländern. …

Vergleichende Studien zeigen, dass ‘Kinder zu haben’ in Frankreich gegenüber Deutschland stärker als ein Wert an sich angesehen wird. … Genauso bestätigen die befragten Franzosen viel stärker die Idee, dass ‘es die Aufgabe von Eltern ist, alles für ihre Kinder zu tun’, wohingegen die befragten Deutschen (zumindest bei denen, die nach dem Krieg geboren wurden) sich zurückhaltender äußern. …

Oft werden sowohl die niedrigen Geburtenraten als auch die geringe Proportion berufstätiger Frauen mit dem Fehlen von Betreuungsstrukturen für Kleinkinder erklärt. …

Aber die Weigerung der deutschen Gesellschaft, sich mit Betreuungsstrukturen für kleine Kinder auszustatten, hat tiefere Gründe. …

Das familiäre und erzieherische Projekt wird so ernst genommen, dass man davor zurückschreckt. Es ist, als wären die Bedürfnisse der Kinder und die der Erwachsenen notwendigerweise widersprüchlich und jegliche Bemühung, sie unter einen Hut zu bringen, zum Schaden der Kinder. Das ist der Grund, warum man lieber auf Kinder verzichtet, wenn man nicht bereit ist, den Preis zu zahlen, und den gesellschaftlichen Druck, eine potentielle Rabenmutter zu sein, nicht aushält. …

Deutsche Männer und Frauen assoziieren etwas ganz anderes mit der Formulierung ‘alles für sein Kind tun’. Dieses ‘alles’ bedeutet für sie so viel mehr, als es sich die Franzosen vorstellen können! …

Eine Freundin sagte mit deutlich, sie habe sich am Anfang zwei Kinder gewünscht, es aber dann bei einem bewenden lassen: Den Gedanken, alles ein zweites Mal aufgeben zu müssen, ertrug sie nicht. Die Ankunft eines Kindes ist im Leben der Eltern demnach eine kleine Katastrophe. …

Im Gegensatz dazu möchte man fast sagen, dass die Franzosen ein leichtes Spiel haben, mehr Kinder in die Welt zu setzen und bei Umfragen zu antworten, ‘Kinder zu haben sei super’ … Einerseits erleichtern kollektive Einrichtungen das Leben. Andererseits sagt keiner, eine frühe Sozialisierung schade dem Kind. In Frankreich stellen Kinder die Erwachsenenwelt weniger auf den Kopf. Kinder zu haben bedeutet weniger Verzicht – weder auf ein Gehalt, noch auf Kontakte, soziale Anerkennung und berufliches Fortkommen. Dies dürfte erklären, warum die französische Gesellschaft gegenüber dem Projekt Familie etwas bewahrt hat, was aus deutscher Sicht ganz nach fideler Unbekümmertheit aussieht.”

Béatrice Durant: Die Legende vom typisch Deutschen. Eine Kultur im Spiegel der Franzosen. Leipzig: Militzke 2004, S.97-103

Abb.: Banksy.

01/05

08/10/2007 (11:23) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

K-Gruppen

“Mein Marx wird deinem Marx
den Bart ausreißen

Mein Engels wird deinem Engels
die Zähne einschlagen

Mein Lenin wird deinem Lenin
alle Knochen zerbrechen

Unser Stalin wird eurem Stalin
den Genickschuß geben

Unser Trotzki wird eurem Trotzki
den Schädel spalten

Unser Mao wird euren Mao
im Jangtse ertränken

damit er dem Sieg
nicht mehr im Wege steht”

Erich Fried: Konflikte zwischen Alleinerben. In: ders.: Die Beine der größeren Lügen / Unter Nebenfeinden / Gegengift. Drei Gedichtsammlungen. Berlin: Wagenbach 1976 (1970), S.91.

Abb.: Jane Tagg: Protest part 2, im Internet.

08/10/2007 (11:23) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Jüdische Reaktionen

“Die Einstellung vieler Juden zum Antisemitismus kann mit der Haltung der Abstinenzlervereine zum Alkoholismus verglichen werden: Man müsse nur für eine Unterbrechung des Nachschubs sorgen, dann werden die Trinker bzw. die Antisemiten ‘trockengelegt’; eine naivere Vorstellung über die Natur von Sucht-Verhalten und die vielfältigen Möglichkeiten, es zu befriedigen, läßt sich kaum denken. Der Trinker, um die Möglichkeit eines ordentlichen Einkaufs gebracht, wird auf den Schwarzen Markt ausweichen oder sich seinen Fusel selber brauen. Der Antisemit, der zur Entfaltung seiner Obsessionen auf echte Juden nicht angewiesen ist (‘Wer Jude ist, bestimme ich!’ sagte Goebbels), braucht auch keine echten Argumente, die Klamotte von der jüdischen Weltverschwörung, eine alte Ritualmordgeschichte oder sonst irgendein Blödsinn, an dessen Widerlegung die Aufklärer seit Jahrhunderten arbeiten, tut’s zur Not auch.

Juden unterliegen dem Mißverständnis, daß sie sich keine Blöße geben (bzw. zugeben) dürfen, um die antisemitische Aggression nicht noch weiter anzuheizen, daß sie von den Antisemiten verschont werden, wenn sie sich als wertvolle, ja unentbehrliche Träger von Kultur und Zivilisation präsentieren. … Deswegen werden dauernd die jüdischen Nobelpreisträger, Denker, Forscher, Erfinder, Künstler und Wohltäter aufgezählt, deswegen wird bis zum Erbrechen der ‘jüdische Beitrag zur deutschen Kultur’ vorgeführt, als würde sich das Existenzrecht der Juden von der Anzahl der von jüdischen Bastlern beim Patentamt eingereichten Erfindungen herleiten. Juden wollen ums Verrecken gute Menschen sein … Statt darauf hinzuweisen, daß nach 2000 Jahren fruchtlosen Pazifismus, der sie vor keiner Katastrophe bewahrt hat, die Juden das Recht haben, genauso die Sau rauszulassen, wie es alle Völker schon immer getan haben, ohne dabei an Gewissensbissen zu leiden, meinen viele, wenn sie nur fest genug zusammenhalten, werden sie die Antisemiten dadurch beeindrucken, vielleicht sogar einschüchtern könen. …

Den meisten Juden in Deutschland ist es schrecklich peinlich, daß die Frankfurter Unterwelt stark verjudet ist, dies, meinen sie, fördere den Antisemitismus. Soviel ich weiß, gelten auch in der Unterwelt die Gesetze des freien Marktes: der Stärkere setzt sich durch. Mir sind die Unterwelt-Typen auch zuwider, aber ich bin sehr für das Recht der Juden, sich in diesem Bereich der Wirtschaft betätigen zu können …

Die größte Leistung des Antisemitismus liegt nicht in der Dämonisierng der Juden, sondern in dem Umstand, daß Juden selbst meinen, sich dafür, daß sie Juden sind, rechtfertigen zu müssen. …

Die einen wollen gute Juden sein und dies ist, nach der Vernichtung der jüdischen Kultur in Europa, nur möglich über eine Identifikation mit Israel; die anderen gute linke Genossen und Freunde aller Unterdrückten und Entrechteten. Sie müssen sich den Zugang zum fortschrittlichen Lager (das sich nicht zufällig so nennt: Lager) mit ideologischer Kapo-Arbeit erkaufen, ob sie nun Khomeini und Gaddafi preisen oder Begin als Nazi entlarven, wie es die jeweils korrekte Linie verlangt.

Henrik M. Broder: Das richtige Stück für das falsche Publikum. In: Joshua Sobol: Ghetto, Schauspiel in drei Akten. Hg. von Harro Schweizer. Berlin: Quadriga-Verlag Severin 1984, S.217-223.

08/10/2007 (11:21) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Jamaica-Koalition

“Der Begriff “Jamaika-Koalition” rekurriert auf die Nationalfarben der Karibik-Insel: Dabei steht schwarz … für Armut und die Härten der Vergangenheit. Grün symbolisiert die Hoffnung, Gelb die Schönheit des Sonnenlichts.”

Wieso Jamaica? taz, 20.9.5.

09/05

08/10/2007 (11:21) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Interpretierende Dummheit

“Diese Form des Unverstandes ist schlau und läßt sich nichts vormachen, denn sie weiß daß nicht in den einzelnen Menschen selbst der Ursprung ihrer Sprache liegt … Diese Dummheit versteht den Gesprächspartner an seiner statt, schleicht sich ein in die Beziehung, die er mit seinem Diskurs unterhält, um dessen verborgene Triebkräfte und tatsächliche Tragweite besser als der andere selbst beurteilen zu können. Dadurch schützt sie sich unter dem Vorwand der Entmystifizierung vor jeder Belehrung und erklärt das Auftauchen neuer Bedeutungen für nichtig. Es ist also nur das gesagt worden, was man hören wollte. Der Andere spricht nicht, er wird gesprochen: Ein Wechsel vom Aktiv zum Passiv, und die Sache ist erledigt.”

Alain Finkielkraut, zitiert bei: Marko Martin: Wir sind alle anders. In: Kursbuch 121, September 1995.

Abb.: Joseph Beuys: Ich bin auf der Suche nach dem Dümmsten, 1979, Edition Staeck, im Internet.

05/05

08/10/2007 (11:20) Schlagworte: DE,Lesebuch ::
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