MALTE WOYDT

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gut

“Wie gut ist es, daß wir über 150 Worte für das Wörtchen ‘gut’ verfügen (können): dienlich, heilbringend, lohnend, nützlich, rentabel, vorteilhaft, angenehm, erfreulich, günstig, kostbar, meisterhaft, schätzenswert, wertvoll, wohltätig, wünschenswert, bewährt, echt, frisch, gediegen, gesund, kräftig, natürlich, rein, unbefleckt, unbeschädigt, unverdorben, unverfälscht, unverwelkt, ersprießlich, förderlich, heilsam, segensreich, unschuldig, wohltuend, anständig, ausgezeichnet, bewundernswert, brillant, edel, einwandfrei, erstklassig, fabelhaft, fein, glänzend, hervorragend, himmlisch, hochwertig, hübsch, köstlich, lecker, makellos, blendend, dufte, prächtig, prachtvoll, saftig, schmackhaft, schön, solid, stark, tadellos, unbezahlbar, unschätzbar, unübertrefflich, unvergleichlich, vollkommen, vortrefflich, vorzüglich, wundervoll, nonplusultra, prima, brauchbar, empfehlenswert, nicht übel, nicht mit Geld aufzuwiegen, über alles Lob erhaben, klasse, vom Guten nur das Beste, klein, aber oho, gern, bekömmlich, charaktervoll, delikat, einwandfrei, erfrischend, erklecklich, erlesen, erprobt, gediegen.”

aus: Friedrich Schorlemmer: Luther, Leben und Wirkung. Berlin: Aufbau 2017, S.123.

06/20

24/06/2020 (1:29) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Cruise Ships

“If Donald Trump could build a city from scratch, it would have a casino and a golf course and all the cheeseburgers you could eat. The city’s residents would be old, with money to spend and nothing but free time. The workers would be poor, foreign, and always on the clock. They would literally live beneath you. There would be doctors, but not very many, and there would be cops, sort of, but who exactly they were there to protect and serve would remain ambiguous. There would be no proper government to speak of. The city and its services would be run by a corporation, and you would sign away your rights to a billionaire in his 70s with a tan and bad hair, in exchange for a promise of a good time—art auctions, live music, waterfalls of champagne. The city would pay no taxes but avail itself of the services funded by those who do.

It would look, in other words, a lot like the Carnival Corporation’s 18-story, 952-foot-long Diamond Princess as it entered Yokohama Bay in early February after a voyage through Southeast Asia for the Chinese New Year. …

The cruise ship outbreak was the American pandemic in miniature; the virus fed off the inequities and deficiencies of health, labor, and housing systems. Cruise ships … are like … what a society looks like when its leaders cut the ‘social’ out of the social contract.”

aus: Tim Murphy: The Cruise Industry Is Donald Trump Personified – Decadent, exploitative, and totally full of shit. Mother Jones, 17.6.20, im Internet.

06/20

19/06/2020 (10:27) Schlagworte: EN,Lesebuch ::

Enseignement

Jeune homme, prends et lis. Si tu peux aller jusqu’à la fin de cet ouvrage, tu ne seras pas incapable d’en entendre un meilleur. Comme je me suis moins proposé de t’instruire que de t’exercer, il m’importe peu que tu adoptes mes idées ou que tu les rejettes, pourvu qu’elles emploient toute ton attention. Un plus habile t’apprendra à connaître les forces de la nature ; il me suffira de t’avoir fait essayer les tiennes.”

aus: Denis Diderot: Pensées sur l’interprétation de la nature (2e éd., 1754), im Internet.

Abb.: Tjutju Widjaja: Preparing to win, 2015, indoartnow, im Internet.

06/20

14/06/2020 (16:15) Schlagworte: FR,Lesebuch ::

Heimkehrer

Ich schaue die Nachrichten und stelle aus der Ferne fest, dass dieses Deutschland wirklich ein tolles Land ist – bis zum Wetterbericht – da weiß ich dann, ich habe die richtige Entscheidung getroffen.”

aus Mely Kiyak: Deutsche sollten zu ihrer Nationalkultur stehen, Rede auf der internationalen Tagung des Goethe-Instituts, 25.4.8, im Internet, ihren Vater zitierend.

06/20

04/06/2020 (15:06) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Rassismus 4

Rassismus ist kein Betriebsunfall, sondern ein System, das aufrechterhalten wird, um Ungleichheit zu installieren und zu manifestieren. … Rassismus ist auch der Kern dieser Gesellschaft, wie es der Kern fast aller europäischen Gesellschaften ist. …

Rassismus ist ein Denken, das sich in Deutschland in vielfältigen Handlungen äußert und zeigt. Gewalttaten sind eine sichtbare Form neben anderen. Rassismus ist ein mehrstufiges System, in dem hierarchisiert, stigmatisiert und segregiert wird. Weshalb der Kampf gegen Rassismus nicht damit zu gewinnen ist, indem man gegen … Symptome kämpft. Und schon gar nicht kann es der Kampf der ‘Betroffenen’ sein. …

Es ergibt keinen Sinn, immer und immer wieder in der Mehrheitsgesellschaft um Respekt und Anerkennung zu bitten. Rassistische Gesellschaften laben sich an den Beleidigungen und Bedrohungen, die sie zunehmend gegenüber den Minderheiten ausüben. …

Die Strukturen werden sich erst ändern, wenn Gewaltakte, begangen aus rassistischen Motiven, zu empfindlichen strafrechtlichen Konsequenzen für die Täter führen. …

Rassismus erfüllt eine politische und ökonomische Funktion. Solange die Bürger Angst vor Schwarzen, Muslimen, Juden, Roma und Sinti haben, sie dämonisieren und für jede Misere verantwortlich machen dürfen, haben sie keine Veranlassung, sich einen Überblick über Konzerne und Lobbyisten zu verschaffen. …

Rassismus ist wie ein Kreislauf, der die Dinge in Bewegung hält und mit allen Mitteln versucht, die Ungleichheit um jeden Preis aufrechtzuerhalten. Bei Rassismus geht es immer darum, dass nicht alle Menschen gleich sein dürfen, nicht das gleiche Maß an Rechten und Schutz bekommen sollen. Rassismus, also die Abwertung von ganzen Menschengruppen in Denken, Sprechen und Handeln, ist ein System, das nur deshalb existiert, damit Macht ungleich verteilt ist.”

aus: Mely Kiyak: Ein Verbrechen, das jeden Menschen angeht, Zeit Online, 3.6.20, im Internet

Abb.: Norman Rockwell: The Problem We All Live With, 1963.

06/20

03/06/2020 (15:56) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Ossis

“Schon zu DDR-Zeiten begann die Spaltung der Bevölkerung. Auf der einen Seite jene, die damals mitliefen oder auch nur ein gutes Leben suchten. Die sich weitgehend fügten in die Bedingungen. Nennen wir sie: die Fügsamen.

Und dann gab es jene, die eben nicht mitmachten, die sich nicht abfinden wollten, und sei es nur gedanklich. Die die Jugendweihe verweigerten oder das Pionierhalstuch. Sagen wir: die Widerständigen.

Die Widerständigen verachteten nicht nur den Staat – sie waren auch enttäuscht von jenen, die sich fügten. … 1989 waren viele dieser Widerständigen die wichtigsten Protagonisten der Revolution. … Dass der Aufstieg in eine Nachwende-Elite zu wenigen gelang, hat mit der Verachtung zu tun, die viele Bürgerrechtler für die Ostdeutschen empfanden … Man wird nicht zur Elite eines Volkes, mit dem man nichts anfangen kann. …

Zu allem Überfluss entstand nach 1989 ein weiterer Riss. Dieses Mal teilte er die Gesellschaft in Nachwende-Gewinner und -Verlierer. … Plötzlich zerfiel die Ost-Gesellschaft – der bis 1989 eingeredet wurde, dass alle gleich seien – in jene, die die neuen Chancen ergriffen, die ein Unternehmen gründeten, … die Aktiven. Und auf der anderen Seite standen … die Passiven. … Unternehmer aus den neuen Ländern gerieren sich kapitalistischer als westdeutsche … Die ostdeutschen Firmenchefs stimmen neoliberalen Aussagen häufiger zu, zahlen oft schlechte Löhne – und reagieren allergisch auf Versuche, Betriebsräte zu gründen. …

Selbst ostdeutsche Bundestagsabgeordnete, deren Aufgabe es wäre, die Interessen der Bürger ihres Wahlkreises zu vertreten, haben sich rasch von ihrer Heimat emanzipiert. … Bis vor wenigen Jahren war es geradezu selbstverständlich, dass Politiker aus Dresden oder Rostock, die es in der Bundespolitik zu Einfluss gebracht haben, nicht über ihre Herkunft sprachen. … Heute stellen wir fest, dass Ostdeutsche in den Führungspositionen des Landes krass unterrepräsentiert sind. … könnte man nicht auch auf die Idee kommen, dass Ostdeutsche es versäumt haben, belastbare eigene Netzwerke zu schaffen?…

Dabei ist es in unserem auf Repräsentation basierenden politischen System notwendig, sich als Lobbyist der eigenen Gruppe zu verstehen. Demokratie lebt vom Bestreben, sich mit verantwortlich zu fühlen für diejenigen, zu denen man gehört. Wenn der Osten aber mit einer Elite lebt, die insgeheim herabblickt auf die breite Masse, dann kann es dauerhaft ein Problem mit der Demokratie geben.

Dieses Problem kann auch kein Westdeutscher lösen. Das muss der Osten schon selbst angehen. …”

aus: Anne Hähnig: Der Osten braucht eine neue Elite! ZEIT-Online, 1.6.20, im Internet, etwas umgestellt.

06/20

01/06/2020 (10:39) Schlagworte: DE,Lesebuch ::