MALTE WOYDT

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Lowtech

“Mit Blick auf den Ressourcenverbrauch und die zunehmenden Cybergefahren erscheint Lowtech gegenüber Hightech als resilienteres und nachhaltigeres Mittel, um den Planeten zu retten: Fahrrad statt Auto, begrünte Fassaden statt Klimaanlagen, eiweißbasierte statt künstlicher Intelligenz.

Das menschliche Gehirn verbraucht lediglich 20 Watt. Zum Vergleich: Die Jeopardy-Version von IBMs Supercomputer Watson benötigte 85.000 Watt, um bei der Rateshow zwei menschliche Spieler zu bezwingen. Vielleicht sollte man öfter mal den eigenen Denkapparat einschalten, anstatt Chatbots mit Fragen zu löchern. Es gibt nichts, was so umweltfreundlich ist wie das eigene Denken.”

aus: Adrian Lobe: Ökologischer Fußabdruck von KI: Die Klimakiller-Intelligenz, taz online, 28.7.23, im Internet.

07/23

28/07/2023 (11:18) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

“Künstliche Intelligenz”

“Aus der Perspektive von OpenAI ist Information frei/kostenlos, sodass das Unternehmen seine hungrigen Textgenerierungsmaschinen damit füttern kann. Aber wenn GPT-4 sie erst einmal verspeist hat, gehört das Ergebnis seinen Schöpfern. Es ist, als füttere man ein Nutztier mit geklautem Futter.”

aus: Christian Stöcker: Maschinen, die geklaute Bücher lesen, Spiegel Online, 16.7.23, im Internet.

07/23

16/07/2023 (20:27) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Science Politique

“Le publiciste se doit d’essayer, avant qu’il ne soit trop tard, d’aider les peuples à se donner des institutions qui leur permettent d’évoluer, même rapidement, avec le maximum d’économie de moyens. La science politique est vaine si elle ne tend pas à ce but.”

aus: François Perin: La démocratie enrayée. Bruxelles: Institut Belge de Science Politique 1960, S. 107.

07/23

16/07/2023 (15:59) Schlagworte: FR,Lesebuch ::

Anstand

“Lebensbedingt pendele ich aktuell öfter durch Europa, und auch sonst bin ich nett und fahre transnational oft Zug – als Freiberuflerin geht das, Festangestellte zahlen mit freien Tagen drauf. Gut, für Anstand in jeder Hinsicht draufzuzahlen ist im Kapitalismus ja schon Gewohnheit.”

aus: Alina Schwermer: Zugfahren ist zu oft eine Zumutung, taz online 13.7.23, im Internet.

Abb.: Mick Stevens, The New Yorker, 27.7.1987.

07/23

13/07/2023 (9:41) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Kapitalismus 2

Die verquere Idee, wir lebten “im” Kapitalismus hindert viele Menschen daran, zu korrekten politischen Analysen zu kommen. Kapitalismus scheint mir weniger ein “System” zu sein als denn ein Organisationsprinzip. Wir leben nicht “im” Kapitalismus. Viele Alltagshandlungen und zwischenmenschliche Beziehungen haben mit Kapitalismus nichts zu tun: Wenn man seine eigenen Kinder aufzieht, selber zu Essen kocht oder sich ehrenamtlich engagiert, sind das alles Tätigkeiten, die man kapitalistisch organisieren könnte, die es aber nicht sind.

So gibt es auch große Unterschiede zwischen vorgeblich allesamt gleich kapitalistischen Gesellschaften. In Hamburg gab es zu meiner Zeit nur private Musikschulen, Brüssel ist überzogen mit öffentlichen Musikschulen, die für einen Bruchteil der in Hamburg üblichen Beiträge Unterricht geben. In Belgien und Deutschland haben wir staatliche Rentensysteme, die ohne Kapitalbildung auskommen, weil die Beiträge der Einen die Bezüge der Anderen sind. In anderen Ländern gibt es Pensionsfonds, deren Investitionspolitik soziale Verheerungen anrichtet. Überall in Europa sind 50% der aktuellen Inflation auf Margenerhöhungen des Handels zurückzuführen, nur in Belgien beschränkt sich das auf 20% – weil der Lohnindex 30% der Inflation schluckt, also 30% der Inflation den Arbeitnehmern zu Gute kommen.

Malte Woydt

07/23

09/07/2023 (17:34) Schlagworte: DE,Notizbuch ::

Kindergartisierung

“Die Kindergartisierung Deutschlands, sie zeigt sich in den Debatten über die AfD, aber auch im Umgang mit der Klimakrise und den Maßnahmen dagegen, etwa dem Heizungsgesetz. Ständig müssen alle ‘mitgenommen’, darf niemand ‘überfordert’ werden. Ständig soll man ‘zuhören’, auch wenn da nur Geschrei kommt. Jegliche Zumutung des Lebens soll von den BürgerInnen ferngehalten werden, es könnte sie verunsichern. …

Es ist höchste Zeit, die AfD und ihre WählerInnen wie Erwachsene zu behandeln. Menschen wählen Rechtsextreme, weil sie rechtsextrem sind oder weil sie davon profitieren, wenn Rechtsextreme Macht erlangen. Rechtsextreme muss man ausgrenzen, bekämpfen, schlagen, mit allen Mitteln. Und wer nach Gründen für ihren Erfolg sucht, sollte sich nicht mit Kränkungen und Pädagogik beschäftigen, sondern mit den Grundlagen des Erfolgs. …

Rechtspopulismus ist europaweit auf dem Vormarsch. Wer eine Alternative zu ihm will, muss die Schwäche der Linken überwinden, Antifaschismus und Umverteilung organisieren. Auf die Parteien der Mitte kann man dabei nicht setzen. Sie haben nicht mehr anzubieten als Streicheleinheiten.”

aus: Kersten Augustin: Deutschland ist ein Kindergarten, taz online, 1.7.23, im Internet

Abb.: AFD-Fanshop online.

07/23

01/07/2023 (18:58) Schlagworte: DE,Lesebuch ::